82 Bilder aus der deutschen Geschichte.
des Königs Stammland, Hannover, gegen Frankreich schütze. Zu Friedrich hieltenferner der Herzog von Braunschweig und der Landgraf von Hessen-Kassel.
Der Krieg. Kaum hatte Friedrich von der feindlichenVerbindung gegen ihn sichere Nachricht erhalten, so fiel er ohnevorherige Kriegserklärung in Sachsen ein. Er eroberte Dresdenund nahm bei Pirna das ganze sächsische Heer gefangen (1756).Die aus Böhmen zu Hilfe eilenden Österreicher schlug er beiLobositz an der Elbe. Jetzt erklärte auch der deutsche ReichstagPreußen den Krieg wegen Verletzung des Landfriedens. Friedrichschien verloren, denn von allen Seiten rückten seine Feinde niitüberlegenen Heeren gegen ihn heran. Aber Friedrich entwickeltejetzt eine Tätigkeit und ein Feldherrntalent, die selbst seine Feindein Erstaunen setzten und die Bewunderung Europas erweckten.Unterstützt wurde er von ausgezeichneten Heerführern wie Schwerin, Sehdlitz, Zieten u. a.Mit dem Hauptheer brach er (1757) in Böhmen ein und schlug die Österreicher beiPrag. Einige Wochen später wurde er selber bei Kolin geschlagen und mußte nachSchlesien zurückweichen. Von hier zog er nach Sachsen, biswohin die Reichsarmee und die Franzosen vorgedrungen waren.Mit leichter Mühe überwand er den dreimal stärkeren Feindbei Roß back) an der Saale. Mittlerweile waren die Öster-reicher in Schlesien eingedrungen. Friedrich schlug sie in dermerkwürdigen Schlacht bei Leuthen gänzlich in die Flucht.Ein Soldat stimmte auf dem Schlachtfelds das Lied „Nundanket alle Gott!" an. Das ganze siegreiche Heer fiel ein,und ergreifend stieg der „Choral von Leuthen" zum Himmelempor. Am Abend wäre Friedrich von österreichischen Offizierenfast gefangen genommen worden. Nur seine Geistesgegenwartund Kaltblütigkeit retteten ihn.
Im Jahr 1758 zog Friedrich gegen die Russen, die in die Mark vorgedrungenwaren und schreckliche Verwüstungen anrichteten. Er ereilte sie bei Zorndorf, naheKüstrin, und brachte ihnen eine große Niederlage bei. Dann eilte er nach Sachsen,um der Stadt Dresden Hilfe zu bringen, die von Dann belagert wurde. Aber dieservorsichtige Feldherr überfiel den allzu sicheren König bei Hochkirch und zwang ihnzum Rückzug nach Schlesien. Glücklicherweise hielten um diese Zeit der Herzog vonBraunschwcig und die hessischen Truppen der Reichsarmee und den Franzosen dasGleichgewicht und drängten sie nach dem Rhein zurück. Schlacht bei Minden.
Auch das Jahr 1759 war für Friedrich unglücklich, indem die vereinigtenÖsterreicher und Russen ihm bei Knnersdorf an der Oder eine schwere Niederlagebeibrachten. Alles schien verloren, doch Friedrich verzagte nicht. Sein ausdauernderMut und sein überlegener Geist errangen bald neue Vorteile. Er besiegte die Öster-reicher bei Liegnitz (1760) und bei Torgan an der Elbe. Den größten Vorteilaber brachte ihm der Tod der Kaiserin Elisabeth von Rußland. Deren Nachfolger,Peter III., ein begeisterter Bewunderer Friedrichs, schloß sogleich Frieden mit Preußenund ließ seine Truppen zu denen Friedrichs stoßen. Peters Gemahlin, Katharina II.,die ihm nach kurzer Zeit in der Regierung folgte, rief zwar ihre Truppen zurück,hielt aber den Frieden aufrecht. Während die Russen in Schlachtordnung auf-marschiert waren und untätig zusahen, erfocht Friedrich einen neuen Sieg beiBnrkersdorf unweit Schweidnitz.
Der Friede. Die mit Österreich verbündeten Mächte sehnten sich nach Beilegungdes blutigen Kampfes. Namentlich Frankreich, das neue Niederlagen erlitten und imSeekrieg mit England seine Flotte und fast alle Kolonien verloren hatte, wünschteFrieden. So kani zwischen Frankreich und England der Friede zu> Paris zustande,in dem Frankreich Kanada an England abtrat. Österreich, Sachsen und Preußen
Seydlitz.
Zieln,.