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Geschichte : ein Wiederholungsbuch für die Hand der Schüler / bearb. von P. Müller und J. A. Völker
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Bilder aus der hessischen Geschichte.

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Jahre nachChristi Geburt.

1815 Rückkehr Napoleons. Schlachten bei Lignh und Waterloo. Napoleon wirdauf die Insel St. Helena verbannt. Ludwig XVIII. wird König vonFrankreich. Deutschland wird ein Staatenbund. Sitz des Bundestagsin Frankfurt a. M.

1830 Julirevolutioli in Frankreich. Louis Philipp wird König.

1848 Februarrevolution in Frankreich. Frankreich wird Republik. Louis

Napoleon wird Präsident. Freiheitliche Bestrebungen in Deutschlandund benachbarten Ländern.

1849 Deutsches Parlament. Rcichsverfassung. Friedrich Wilhelm IV. von

Preußen lehnt die ihm angetragene Kaiserkrone ab.

1852 Louis Napoleon macht sich durch einenStaatsstreich" zum Kaiser derFranzosen.

1858 Prinz Wilhelm von Preußen übernimmt an Stelle seines erkranktenBruders die Regierung.

1861 Friedrich Wilhelm IV. von Preußen stirbt. Wilhelm wird König.

1864 Deutsch-dänischer Krieg. Erstürmung der Düppeler Schanzen. Übergangnach Alsen... Friede von Wien. Schleswig-Holstein und Lauenburgwerden an Österreich nnd Preußen abgetreten.

1866 Der deutsche Krieg. Königgrätz. Friede von Prag. Gründung des

Norddeutschen Bundes.

1867 Zolleinigung zwischen dem Norddeutschen Bund und den süddeutschen

Staaten.

1868 Deutsches Zollparlament.

18701871 Deutsch-französischer Krieg. Weißenburg, Wörth, Spichern, Mars la tour,Gravelotte, Sedan u. a. Frankreich wird Republik. Napoleon Ge-fangener auf Wilhelmshöhe. Friede von Frankfurt. Wiederausrichtungdes Deutschen Reiches. Wilhelm I., Deutscher Kaiser.

1888 Kaiser Wilhelm stirbt 9. März.

Kronprinz Friedrich Wilhelm, schwer erkrankt, besteigt als Friedrich III.

den Thron und stirbt 18. Juni.

Wilhelm II., Deutscher Kaiser.

HI. Bilder aus der hessischen Geschichte.

1. Die frühesten Bewohner des Landes.

Die Kelten. Die frühesten uns bekannten Bewohner der Gaue, die heute dasGroßherzogtum Hessen bilden, waren die Kelten. Schriftliche Urkunden besitzen wirvon ihnen zwar nicht; doch haben sie in den Namen von Flüssen und Bergen (Taunus,Rhein, Main, Kinzig, Diemel u. a.), sowie in ihren Gräbern und Ringwällen unsSpuren ihrer Anwesenheit hinterlassen. Sie wurden von den Chatten etwa 400 Jahrevor Christi Geburt nach Westen gedrängt und bilden den Kern des französischen Volkes.

Die Chatten. Die erste genauere Kunde über die Chatten verdanken wir demrömischen Geschichtsschreiber Tacitus, der etwa 100 Jahre n. Chr. lebte. Er rühmtihren kräftigen Körperbau, ihre Ausdauer im Kriege, die Lebhaftigkeit ihres Geistes,ihren natürlichen Verstand, ihre Treue und Tapferkeit. Als besondere Eigentümlichkeiterwähnt Tacitus, daß die jungen Männer Haupthaar und Bart so lange wachsenließen, bis sie einen Feind ihres Volkes erschlagen hatten. Die Tapfersten trugen

überdies einen eisernen Armring (sonst eine Schmach), bis sie durch Erlegung einesFeindes sich von dieser Fessel lösten.

In ihrer Religion unterschieden die Chatten sich nicht von den übrigen

Germanen (S. 29). Die Toten wurden aus Scheiterhaufen verbrannt. Der Asche

eines Mannes fügte man seine Waffen, der einer Frau ihren Schmuck bei. Ein

Erdhügel, zuweilen von großen Steinen eingefaßt, machten das Grab kenntlich(Frankengräber).