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Bilder aus der hessischen Geschichte.
Gießen und erlangte seine militärische Ausbildung im 1. Garderegiment. Unterseiner Regierung wurden 2 Rheinbrücken bei Worms und die neue Eisenbahnbrückebei Mainz erbaut. Seit 2. Februar 1905 ist er verheiratet mit der Prinzessin
Eleonore von Solms-Hohensolms-Lich. Voll Ver-trauen sieht das hessische Volk zu seinem an-gestammten Fürsten empor und hofft, daß er esaus bewährten Bahnen weitersühren werde.
7. Einiges aus der GeschichteWheinhessens.
Die heutige Provinz Rheinhessen bildetevon 1801—1816 einen Teil des französischenDepartements Donnersberg. Vor dem Friedenvon Lüneville umfaßte ihr Gebiet etwa 20 reichs-unmittelbare Besitzungen, sowie Teile des Kur-fürstentums Mainz und des pfälzischen Kurstaats.
Das Kurfürstentum Maiuz. Für die
Dienste, welche Erzbischof Willigis dem KaiserOtto III. geleistet hatte (S. 48), ernannte ihndieser zum Reichserzkanzler und verlieh ihmund feinen Nachfolgern das Recht, die deutschen
Das Kurfürstentum Mainz.
Ernst Ludwig.
Könige zu krönen. Durch Schenkungen, Belehnungen rc. entstand ein weltliches Besitz-tum, das sich nach und nach bis auf 150 Quadratmeilen vergrößerte. Schon früh kamzu dem weltlichen Besitz die Kurwürde. Welchen Einfluß die Kurfürsten von Mainzauf die Geschichte Deutschlands hatten, haben wir mehrfach gesehen. Der letzte Kurfürstwar Friedrich Karl von Erthal. Als Entschädigung für das aufgelöste Kurfürsten-tum Mainz erhielt derselbe das Fürstentum Regensburg und die Grafschaft Wetzlar.Sein Nachfolger als Bischof und Reichserzkanzler war Karl Theodor von Dalberg.Mit Auslösung des Deutschen Reiches (1806) kam auch die Würde eines Reichserzkanzlersin Wegfall. Um Dalberg für die verlorene Würde zu entschädigen, ernannte ihnNapoleon zum „Fürst-Primas" des Rheinbundes und später zum Großherzogvon Frankfurt. Das Jahr 1813 nötigte endlich Bischof Dalberg, auf allen weltlichenBesitz zu verzichten uüd sich ins Privatleben zurückzuziehen. Er starb 1817 in Regensburg.
Dir Kurpfalz. Wie wir aus der Geschichte von Karl dem Großen wissen (S. 42),waren die Pfalzgrafen die Vermittler der königlichen Einkünfte, Hie Träger der Rechts-pflege und in bestimmten Fällen die Vertreter des Königs selber. Zur Zeit der Hohen-staufen bestand nur noch eine der früheren Pfalzgrafschaften und zwar in Aachen. Alsder letzte Pfalzgraf ohne Erben starb, belehnte Friedrich Barbarossa seinen StiefbruderKonrad mit der Pfalz. Dieser erbaute ein Schloß zu Heidelberg und verlegte dahinseine Residenz. »Im 13. Jahrhundert ging die Pfalz durch Heirat an das Haus Wittels-bach über. Die Pfalzgrafen aus diesem Hause erlangten auch die Kurwürde. Sie ver-standen es, den allgemeinen Wohlstand zu fördern und die Pfalz zu einem blühenden,mächtigen Staat zu machen. Ruprecht I. gründete die Hochschule in Heidelberg;Ruprecht III. trug von 1400—1410 die deutsche Kaiserkrone; Otto Heinrich führte1546 die Reformation ein. Das Ansehen, in welchem das pfälzische Haus stand, warwohl auch die Ursache, daß Friedrich V. zum Haupte der protestantischen Union undzum König von Böhmen erwählt wurde. Nach dem 30 jährigen Kriege ging es abwärtsmit der Pfalz. Die Verwüstungen der Raubscharen Ludwigs XIV. (S. 88) und dieÜppigkeit und Verschwendung der letzten Kurfürsten vollendeten den Ruin des Landes.Zur Zeit des Lüneviller Friedens war die Psalz ein gänzlich verarmtes Land.
C. M. Winter'sche Buchdruckerei in Darmstadt,