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Deutsche Geschichte bis zur Gründung des nationalen Staats 919.
Verwaltung.
Preisedikt.
Christen-
verfolgung,
Konstan-
tinus.
323 — 337
Annahme desChristentums.
Konzil vonRicäa.325 .
zwei Unterkaisern, die als Cäsaren bezeichnet und von den Augustiadoptiert wurden, Galerius und Konstantius Chlorus; keiner vonihnen residierte in Rom, Diokletian verlegte den Sitz seiner Regie-rung nach Nikomedien. Die Cäsaren sollten den Augusti, welchenach 20jähriger Regierung abdanken würden, in der Herrschaft folgen.Die Beamtenzahl vermehrte er und begann eine neue Organisationder R e i ch s v e r w a l t u n g. Die Steuern wurden neu geordnetund erhöht. Wie er immer bereit war, zu rücksichtslosen Maßregelnzu schreiten, wenn er von ihnen eine Besserung der Mißstände er-wartete, so griff er in das wirtschaftliche Leben durch eine Feststellungder W a r e n p r e i s e ein, wodurch er der durch die Münzverschlechte-rung hervorgerufenen allgemeinen Preissteigerung Einhalt zu tunhoffte. Zuwiderhandelnde bedrohte er mit schweren Strafen, ja mitdem Tode; da aber die natürliche Folge des Edikts war, daß die Warenaus dem Verkehr zurückgezogen wurden und der Handel stockte, somußte es wieder aufgehoben werden. Das Christentum hatteer anfangs geduldet; in seinen letzten Regierungsjahren verfolgte eres aber auf das härteste.
Im Jahre 306 dankte Diokletian nach einer rastlosen Regenten-tätigkeit nebst Maximian ab und zog sich in den gewaltigen Palastvon Salona (heute Spalato) in Dalmatien zurück. Seine Hoffnung,daß die von ihm geschaffene Nachfolgeordnung Bestand haben würde,erfüllte sich nicht: als Konstantius Chlorus, der jetzt als Auguftusden Westen beherrschte, im Jahre 306 in seiner Residenzstadt Aorkstarb, wurde von den Truppen sein Sohn Konstantinus zumKaiser erhoben. In der Schlacht an der mi lv is ch en Brücke ober-halb Rom, die er durch sein persönliches Eingreifen an der Spitzeseiner Reiterei entschied, besiegte er im Jahre 312 den Maxentius,Maximians Sohn, und wurde Herr von Italien; die Besiegungdes Licinius im Jahre 323 machte ihn zum Beherrscher des ganzenReiches.
§ 18 Konstantin der Große und das Christentum. Konstantinhatte bereits vor der Schlacht an der milvischen Brücke —• der Er-zählung nach aus Grund einer Vision —• das Monogramm Christian den Schilden seiner Soldaten und den Heeresfahnen anbringenlassen, wie es scheint, aus abergläubischen Beweggründen, in derHoffnung, der Christengott werde ihm helfen. Nach dem Siege er-ließ er Verordnungen, in denen er das Christentum den übrigenReligionen gleichstellte; später aber ging er weiter, zerstörte vieleTempel und ließ die Bildsäulen von Göttern einschmelzen, gestand derGeistlichkeit wesentliche Vorrechte zu und übernahm den Vorsitz indem ersten ökumenischen Konzil zu Nicäa, auf dem die Lehre des