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Lehrbuch der Geschichte für die oberen Klassen höherer Lehranstalten / von Friedrich Neubauer
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Der Islam und die arabischen Eroberungen.

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scheinen A u st r a s i e n mit den Hauptstädten Metz und Reims, Neu -st r i e n mit Paris und Soissons, Burgund mit Orleans. In jeneZeit fallen die furchtbaren, mörderischen Kämpfe zwischen denKöniginnenBrunhilde, einer westgotischen Prinzessin, und Fredegunde, die mitder grausamen Hinrichtung Brunhildens endigten. FredegundensSahn Chlotachar II. vereinigte zum zweiten Male das Reich.

Der Islam unv die arabischen Eroberungen.

8 32. Mohammed. An die germanische Völkerwanderung,durch welche die politischen und mit ihnen die sozialen und wirt-schaftlichen Verhältnisse Europas völlig umgestaltet wurden, schließtsich wie ein Nachspiel die arabische Völker bewegung an:völlig von jener verschieden durch ihren religiösen Charakter, ebensobedeutsam aber durch ihre Folgen, die Vernichtung der römischen Herr-schaft und Kultur in weiten, bisher von ihr eingenommenen Land-strichen. Es war nicht die Landnot, welche die semitischen Araberüber die Grenze trieb, sondern der fanatische Glaube an eine Religion,welche ihnen den Kampf gegen Andersgläubige zum Gesetz machte.

Die staatlichen Formen der Araber waren durchaus die desGeschlechterstaats. Ihre Religion war bisher ein Polytheismus ge-wesen, in dem der Sterndienst eine hervorragende Stelle einnahm.In der wichtigen Handelsstadt Mekka in dem fruchtbaren Jemenbefand sich ein von den umwohnenden Stämmen weithin verehrtesHeiligtum, die Kaaba, in deren Außenwand ein heiliger Meteorsteineingemauert war und in der zahllose Götterbilder aufgestellt waren;durch dieses Heiligtum war Mekka der Vorort der meisten arabischenStämme geworden. Die Aufsicht über die Kaaba führte der StammKoreisch; der zu diesem Stamm gehörenden Familie Haschem ent-stammte Mohammed, der Sohn Abdallahs, geboren um 670, dasfrüh verwaiste Kind armer Eltern. Er hütete anfangs die Schafe,trat dann in die Dienste der reichen Kaufmannswitwe Chadidscha,die er heiratete, und lernte auf Reisen unter anderem auch jüdischeund christliche Religionsvorstellungen kennen. Ein Mensch von starkerreligiöser Empfindung, dazu von großer Erregbarkeit und zu Visionenneigend, beschloß er, nachdem er eine Offenbarung Gottes in derWüste gehabt zu haben meinte, den Glauben an einen Gott, dieReligion Abrahams", von neuem zu erwecken. Aber seine Predigtfand in Mekka wenig Anhänger; jahrelang schützte ihn nur seineFamilie vor dem Tode. Da entschloß er sich zur Auswanderungnach Jathrib, dem späteren Medina, wo er Anhänger gefunden hatte;mit diesem Auszug, der H i d s ch r a, beginnt die Zeitrechnung derMohammedaner. Von Medina aus gewann er durch Kriegszüge

Neubauer, Lehrbuch der Geschichte. IV. Teil. 4. Aufl. 3

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Diearabischeu

Eroberungen.

Mekka.

Mohammed.

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