Der Islam und die arabischen Eroberungen.
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selbständige Chalifat von Cordova. Die Abbassiden verlegten den Sitzihrer Macht nach Bagdad. Unter ihnen ragt der von der Sagegefeierte Harun Al-Raschid, d. h. Harun der Gerechte hervor,der mit Karl dem Großen Geschenke tauschte. Im neunten Jahr-hundert gelang den Arabern die Eroberung von Sizilien und Teilendes italienischen Festlandes. Zugleich aber begann das gewaltige,vom Oxus bis zum atlantischen Ozean sich ausdehnende Reich sichzu zersplittern; es zerfiel in eine Reihe dynastischer Staaten. DasChalifat versank in völlige Ohnmacht und wurde von den türkischenLeibwachen abhängig.
Während sich der Islam anfangs in scharfen Gegensatz zu denKulturen, die er vorfand, gestellt hatte, so erlosch allmählich der Eiferdes Glaubenskrieges und machte milderen Anschauungen Platz. Esbildete sich ein mohammedanischer Welthandel aus, der nachOsten mit dem seidereichen China und dem gewürzspendenden Ceylon,nach Westen mit dem christlichen Europa, zunächst mit Konstantinopel,später mit den italienischen Handelsstädten in Verbindung trat. Derbedeutendste Handelsplatz des Islam war Bagdad; daneben Damaskus,Mekka, das aus einem Feldlager erwachsene Kairo, Cordova u. a
Zugleich erwuchs eine arabische Kultur, die sich in wesent-lichen Punkten an die antike Kultur anschließt. Die Architektur,zu deren bedeutendsten Denkmälern die Alhambra zu Granada, dieMoscheen zu Cordova, Kairo, Jerusalem u. a. gehören, entnimmt dieFormen des Aufbaus im wesentlichen den christlichen Baustilenss u.s, während sie eine eigentümliche Dekoration ausbildet. Diearabische Philosophie schließt sich an die griechische an, vor-nehmlich an Aristoteles; ebenso die zu hoher Blüte entwickelte ara-bische M a t h e m a t i k an die griechische Mathematik, während unsresogenannten arabischen Ziffern die Araber von den Indern entlehnthaben. Ebenso haben die Araber die Naturwissenschaftenund die Medizin, die Geographie, die Sprachwissen-schaft zu hoher Ausbildung gebracht, während sich zugleich einearabische Poesie entwickelte. Die höchste Blüte der arabischenKultur fällt in das zehnte Jahrhundert, in die Zeit fast völligenVerfalls der abendländischen Wissenschaft.
Zerfall desChalifats.
Arabischer
Handel.
Arabische
Architcklur.
Arabische
Literatur.
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