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Das Zeitalter der religiösen Kämpfe 1519 —164.8,
Moritz vonSachsen.
1551.
Vertrag vonChambord.1552.
Moritz erhebtsich 1552.
Passauer
Vertrag.
Belagerungv.Metz 1553.
als „Unsers Herrgotts Kanzlei" zum Mittelpunkt einer heftigenliterarischen Opposition wurde. Über die Stadt wurde die Achtverhängt und deren Durchführung Moritz übertragen.
§ 140. Die Fürstenerhebung und der Passauer Vertrag. Abergerade Moritz hat die übergroße Macht Karls V. gebrochen undmit der „Libertät" der deutschen Fürsten zugleich die Freiheit desProtestantismus gerettet. In einer Zeit, wo religiöse Rücksichtenauf das engste mit der Politik verflochten waren, war er ein Staats-mann, der nur sein und seines Hauses Machtinteresse zum Maßstabseiner Handlungen machte und an Verschlagenheit Karl Y. nichtsnachgab. Er war tief gekränkt durch die Gefangenschaft und harteBehandlung Philipps von Hessen; er fürchtete ein weiteres Fort-schreiten der Macht des Kaisers, der damals mit dem Gedankenumging, seinem Sohne Philipp nach dem Tode seines BrudersFerdinand die Nachfolge in Deutschland zu sichern. So trat er inVerbindung mit anderen deutschen Fürsten, besonders mit dem ver-wegenen Markgrafen Albrecht Alcibiades von Branden-burg-Kulmbach; den Magdeburgern bewilligte er, alssie sich ergaben, im geheimen den Fortbestand des evangelischenGottesdienstes. Zugleich begann er Verhandlungen mit Heinrich II.von Frankreich, der 1547 auf FranzI. gefolgt war, und schloßmit ihm den Vertragvon Chambord ab: Heinrich stellte ihmdie Geldmittel zum Kriege zur Verfügung; dafür gestand ihm Moritzleider die Abtretung von Metz, Toul, Verdun und Cambrai zu,die er als „Reichsvikar" verwalten sollte.
Im Frühjahr 1552 zog Moritz mit seinen Verbündeten nachSüddeutschland, erstürmte die Ehrenberger Klause und nötigte dengichtkranken Kaiser sich in einer Sänfte über den Brenner und durchdas Pustertal nach Körnten zu retten; damals gab Karl den ge-fangenen Johann Friedrich frei. Das Konzil, das 1551 wiederin Trient zusammengetreten war, löste sich auf. Gleichzeitig hattesich Heinrich II. der ihm zugesagten Grenzstädte bemächtigt. In-zwischen trat in Passau ein Fürstentag zusammen. Im PassauerVertrage, den der Kaiser genehmigte, wurde festgesetzt, daß auchPhilipp von Hessen freigegeben, eine Amnestie erlassen, das Interimbeseitigt werden und ein vorläusiger Religionsfriede eintreten sollte.
Der Versuch des Kaisers, Metz wieder zu nehmen, scheiterte.Indessen hatte Albrecht von Brandenburg-Kulmbachtrotz des Passauer Friedens seinen verheerenden Krieg gegen diegeistlichen Stifter fortgesetzt. Da trat ihm Moritz selbst entgegen,