Eduard VI.1547 — 1553.
Maria dieKatholische1553 — 1558.
Elisabeth1558 — 1G03.
Maria
Sluart.
168 Das Zeitalter der religiösen Kämpfe 1519—1648.
denen, die das Schafott bestiegen, befand sich auch der Staatsmannund Gelehrte Thomas Morus, der Verfasser des sozialistischenStaatsromans „Utopia", ein eifriger Anhänger der alten Kirche.
Auch Anna Boleyn, die Mutter Elisabeths, starb aus demBlock. Die dritte Gemahlin des Königs, der sechsmal verheiratetwar, Jane Seymour, schenkte ihm einen Sohn Eduard VI. Dieserbestieg nach des Vaters Tode zehnjährig den Thron und starb schonmit 16 Jahren; aber unter ihm wurde durch seine Vormünder unddurch den Erzbischof Cranmer von Canterbury die Reformationin England begründet. Ein calviniflisches Bekenntnis wurde ver-kündet, die bischöfliche Verfassung indessen und eine der katholischennahestehende Form des Gottesdienstes beibehalten.
Durch einen Volksausstand wurde nach Eduards Tode seineHalbschwester Maria erhoben, die Katholische, auch die Blutigegenannt. Sie führte England zum Gehorsam gegen den päpstlichenStuhl zurück, verfolgte die Ketzer und ließ Cranmer und viele anderehinrichten; sie vermählte sich mit Philipp von Spanien undbeteiligte sich an dem Kriege gegen Frankreich, der England indessenCalais kostete. Aber sie starb früh; ihr folgte Elisabeth.
§ 156. Elisabeth, schon turaf) 1 ihre Herkunft von Anna Boleynauf den Protestantismus hingewiesen, brach die Verbindung mitdem Papste ab und stellte die anglikanische Kirche wieder her. Imübrigen vermied sie zunächst scharfe Maßregeln gegen die Katho-liken; zwischen ihnen und den strengen Calvinisten, den Puri-tanern, den Gegnern der bischöflichen Verfassung und der halb-katholischen Kultusformen, suchte sie einen Mittelweg zu gehen. In-dessen waren es puritanische Staatsmänner, denen sie den größtenEinfluß einräumte: der rastlos energische, kluge und umsichtige LordBurleigh und der persönliche Günstling der Königin, GrafL e i c e st e r.
Eine wesentliche Änderung trat in Elisabeths Politik ein, seitMaria Stuart nach England geflohen war. Diese, die TochterJakobs V. von Schottland und der Maria Guise, die GroßnichteHeinrichs VIII., die der katholischen Partei als die rechtmäßige Erbindes englischen Thrones galt, war nach dem Tode ihres ersten, jugend-lichen Gemahls F r a n z II. von Frankreich nach Schottland zurück-gekehrt. Hier hatte indessen, vornehmlich unter dem Einfluß vonJohn Knox, ein strenger Calvinismus die Herrschaft gewonnen;eine Presbyterialkirche war geschaffen worden, welche im Gegensatzzu der englischen Bischofskirche die Kirchengewalt zum größten Teilin die Hand der Synoden legte. Maria vermählte sich nunmehr miteinem Schotten, Lord Darnley, aber dieser wurde ihr bald zu-