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Lehrbuch der Geschichte für die oberen Klassen höherer Lehranstalten / von Friedrich Neubauer
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178
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Unter-

drückung

Böhmens

Eroberungder Pfalz.

Übertragungder Kur anMaximilian.

Christian IV.

178 Das Zeitalter der religiösen Kiimpfe 15191648.

schlagen. Er floh über Schlesien und Brandenburg nach Holland;vom Kaiser wurde er geächtet.

In Böhmen aber wurde durch Hinrichtungen, Güterein-ziehungen, Zwangseinquartierungen und Austreibung derer, die sichnicht bekehren wollten, der Protestantismus ausgerottetund zugleich die Macht des böhmischen Adels gebrochen,freilich auch die Blüte Böhmens geknickt. Ähnlich verfuhr man inMähren, Österreich und manchen Teilen Schlesiens. Der Katho-lizismus hatte einen gewaltigen Sieg über den Protestantismus, derfürstliche Absolutismus über unbotmäßige Stände gewonnen.

§159. Der pfälzische Krieg. Der Krieg zog sich jetzt nach derOberpfalz und der Rheinpfalz. Den Spaniern unter S p i n o l aund den Ligisten unter Tilly traten hier außer E r n st vonMansfeld der Markgraf Georg Friedrich von Baden-Dur l a ch, einst Mitglied der Union, und der wilde und aben-teuerliche Administrator Christian von Halber st adt ent-gegen; der letztere, ein braunschweigischer Prinz und Vetter der ver-triebenen Böhmenkönigin, deren Handschuh er an seinem Helmetrug, hatte zunächst die westfälischen Stifter gebrandschatzt. AberGeorg Friedrich wurde 1622 bei W i m p f e n und Christian beiH ö ch st am Main geschlagen. Die Pfalz kam in die Hände derGegner; die Heidelberger Bibliothek schenkte Maximilian dem Papste.Bis nach Niederdeutschland rückten die katholischen Truppen vor;Christian von Halberstadt, dessen Heer 1623 bei S t a d t l o h n vonTilly vernichtet wurde, und Ernst von Mansfeld zogen sich nachden Niederlanden zuriick.

Nach diesen neuen Siegen übertrug Ferdinand die pfälzischeKur auf M a x i m i l i a n von Bayern, der zugleich die Ober-pfalz erhielt. Die Spanier blieben in der Pfalz, Tilly in Nieder-deutschland stehen, eine drohende Gefahr nicht nur für die pro-testantischen Stände Deutschlands, sondern auch für die protestantischenMächte des nördlichen Europas.

Der ntcdersächsisch-dänische Krieg.

§ 160. Gegenüber den gewaltigen Erfolgen der Habsburgischenund katholischen Waffen verbanden sich die zunächst bedrohtenNiederlande, Jakob von England, der sich jetzt zu demVersuche entschloß, seinen Enkeln ihr Erbe zu retten, und KönigC h r i st i a n IV. von Dänemark, ein tatkräftiger und unter-nehmungslustiger Herrscher, der zugleich Herzog von Holstein und