8
England.
Von diesem päpstlichen Unrat wollten sie die englischeKirche reinigen und wurden daher Reiniger, d. h.Puritaner genannt.
Elisabeth haßte die Puritaner — die ruhigen und un-bedeutenden unter ihnen belästigte man nicht, aberihre Führer, die Professoren und Geistlichen warenunruhige Köpfe; viele derselben verloren daher ihreStellen oder wurden zum Verlust der Ohren, einerHand oder zum Pranger verurteilt. Die Riritaner-Geistlichen predigten gegen die Vergnügungen, gegendie Pracht und die Verschwendung bei den höhernKlassen. Auch das wurde als Hochverrat gegen denHof und die Befehle der Königin schwer bestraft.
So konnte also Elisabeth ihre Hochkirche nur durchStrenge und grausame Strafen aufrecht erhalten.
Eine zweite, ebenso wichtige Frage für Elisabeth war ihrVerhältnis zu ihrer Base Maria Stuart. Diese warals Tochter des schottischen Königs Jacob V. Erbin desschottischen Trones, als Gemahlin Franz II. warsie Königin von Frankreich und als Base der Elisabethbetrachtete sie sich auch als Königin von England,weil sie Elisabeth als unehelich, nicht tronberechtigtansah.
[Heinrichs VIII. Schwester verheiratet mit Jacob IV.König von Schottland, ihr Kind ist Jacob V., dessenKind: Maria Stuart, also Enkelin Heinrichs VIII.,Elisabeth = Tochter Heinrichs VIII.]
In Frankreich erzogen, ging sie nach dem Tode Franz II.wieder nach Schottland zurück.
Daselbst hatte Knox die Reformation eingeführt; diekatholischen Klöster, Kirchen- und Kunstschätze warenzerstört, die Adeligen hatten alle Kirchengüter an sichgerissen. Maria führte den katholischen Gottesdienstwieder ein.
Der kath. Gottesdienst und ihre verschwenderischen Hof-feste machten sie verhaßt.