England.
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Ausdruck innigsten Vertrauens sprach sie: „Mein Gott, ich habemeine Hoffnung auf dich gesetzt; in deine Hände befehle ichmeinen Geist.“ — Sie glaubte, man werde sie, wie dies in Frank-reich geschieht, in gerader Haltung sitzend, mit dem Schwertehinrichten. Der Scharfrichter berichtigte ihren Irrtum und halfihr das Haupt auf den Pflock legen, während sie ununterbrochenbetete.
Alles war gerührt beim Anblick dieser bedauernswerten, un-glücklichen Königin, angesichts ihres Heldenmutes und ihrer be-wunderungswürdigen Sanftmut. Selbst der Henker war gerührtund führte den Streich mit unsicherer Hand. Die Axt, anstatt denHals zu treffen, fiel dicht hinter dem Kopfe nieder und verwundetesie ohne daß sie deswegen einen Laut der Klage ausgestoßen hätte.Erst beim zweiten Streiche fiel das Haupt. Der Henker zeigte esden Anwesenden, indem er sprach: „Gott erhalte die Königin Eli-sabeth!“ — „Mögen alle ihre Feinde also umkommen!“ fügte derDr. theologiae Flechter hinzu. Hur noch eine Stimme ließ sichvernehmen und sagte; „Amen!“ — es war die de« düstern Grafenvon Kent. — (Nach Mignet.)
Räumer, Elisabeth und Maria Stuart. Leipzig. Brockhaus1836.
Der Henker nahm das abgeschnittene Haupt in die Hand undsagte laut: „Dies ist der Kopf der Maria Stuart“.
Mit zwei Streichen ward ihr Haupt gesondert; das Gesichtveränderte sich im ersten Augenblicke bis zum Nichterkennen unddie Lippen zitterten wohl eine Viertelstunde lang auf und nieder.Als der Scharfrichter die Kleider zusammenfaßte, fand er denkleinen Hund der Königin, der nicht fort wollte, sondern sichzwischen ihrem Haupte und ihren Schultern niederlegte.
Als die Nachricht von Marias Tode in London ankam, wurdenalle Glocken 24 Stunden lang geläutet und auf allen Straßen undPlätzen Freudenfeuer angezündet!
Ueber ihr tragisches Geschick besteht eine große Literatur,am großartigsten hat es wiederum Schiller behandeltin seinem Trauerspiel Maria Stuart, 1801 geschrieben,dessen Gesamteindruck mit der Geschichte stimmt. Nurdie Gartenszene, wo die beiden Königinnen einanderbegegnen, ist ganz dichterische Erfindung.
Dieses Trauerspiel wird heute noch gespielt und hat denForschern aller Ländern und Zungen Stoff zu denscharfsinnigsten Arbeiten über Elisabeth, MariaStuart und der schillerschen Darstellung gegeben, die