Band 
Erster Teil.
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Vorwort

Die Forderung, im Geschichtsunterricht auf der MittelschulstufeQuellen zu benutzen, ist alt und hat sich fast überall durchgesetzt. Freilichfragt man sich noch, in welcher Art und in welchem Umfange dies zugeschehen habe. Auf keinen Fall darf unseres Erachtens dadurch der leben-dige Vortrag des Lehrers zurückgedritngt oder gar ausgeschaltet werden;die Quellen sollen nur einer Veranschaulichung und namentlich Vertiefungdes dargebotenen Stoffes dienen. Den geschichtlichen Werdegang sich ausden Quellen selbst zu erarbeiten, was einzelne Methodiker auf der Mittel-schulstufe für möglich halten, gehört in die historischen Seminarien derHochschulen. Auf der Mittelschule scheitert ein solches Unterfangen andem Mangel an Unterrichtszeit oder, falls man an Hausarbeit dächte, ander Rücksicht auf andere Fächer, die durch allzu ausgedehnte Vorbe-reitungen des Schülers für ein einzelnes Fach geschädigt würden, ganzabgesehen von der geistigen Reife, wie sie ein kritisches Erfassen derQuellen beim Schüler voraussetzt. Das schließt aber nicht aus, daß ihmeine geeignet bearbeitete Sammlung von Quellenstücken in die Hand ge-geben werde. Statt das vom Lehrer Gebotene einfach zu wiederholen, wirder es selbsttätig zu Hause verweben und verknüpfen können mit denBildern aus den Quellenschriftstellern; diese hinwiederum werden ihm sonachhaltiger im Gedächtnis bleiben, als wenn der Lehrer sie einfach vorliest.Anderseits wird man gelegentlich, von Quellenstücken ausgehend, dieim Unterricht gelesen und besprochen worden sind, den geschichtlichenVorgang von den Schülern unter Mitarbeit des Lehrers aufbauen lassendürfen. Dem Arbeitsprinzip im Geschichtsunterricht wird damit in dop-pelter Hinsicht, aber in mäßigem Umfange, Rechnung getragen. Gewißist, daß bei einer solchen Behandlung der geisttötende gedächtnismftßigeBetrieb, der dem Lernenden Freude und Lust an der Arbeit vergällt,vermieden wird. Auch wird der Geschichtsunterricht als Gesinnungs-unterricht dadurch an Bedeutung wesentlich gewinnen. Denn was nurgedächtnismäßig erfaßt und nicht durch den Verstand oder auf dem Wegedes Gefühls erarbeitet worden ist, kann sich nicht in Gesinnungswerteumsetzen.

Wir hätten uns kaum entschlossen, ein neues Quellenbuch zuschaffen, wenn wir nicht von der Notwendigkeit eines solchen für unsereschweizerisdien Mittelschulen überzeugt gewesen wären. Lange war dieSchweiz abhängig von ausländischen, deutschen Lehrbüchern der Allge-gemeinen Geschichte, bis Wilhelm Oechsli und andere uns schweizerischeboten, die unsern Verhältnissen angepaßt sind und auf die wir stolz seindürfen. Hinsichtlich der Quellenbücher aber sind wir heute noch auf