Band 
Erster Teil.
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Noch größere Bewunderung als das Labyrinth erregt derdaneben liegende Mörissee*). Das Maß seines Umfanges beträgt3600 Stadien, gerade so viele als die Küstenstrecke Ägyptensausmacht. Der See zieht sich von Norden nach Süden hin;die größte Tiefe beträgt fünfzig Klafter. Daß er von Menschen-händen gegraben ist**), kann man deutlich sehen; denn ungefährin der Mitte des Sees stehen zwei Pyramiden, deren jede fünfzigKlafter über das Wasser hervorragt und ebenso tief im Wasserruht; auf beiden steht oben ein Riesenbild aus Stein, das aufeinem Throne sitzt. Das Wasser im See kommt nicht aus einerQuelle, denn die Gegend ist hier außerordentlich wasserarm,sondern wird aus dem Nil durch einen Graben hineingeleitet. SechsMonate fließt es in den See hinein und sechs Monate wieder her-aus in den Fluß zurück. Wenn es abläuft, bringt der See jenesechs Monate hindurch aus dem Ertrage der Fische jeden Tagein Silbertalent auf für den königlichen Schatz, wenn aber dasWasser in den See fließt, nur zwanzig Minen.

7. Aus den Gesetzen Hammurabis, Königs von Babylon,um 1950 v. Chr.***)

Nach Hugo Winckler.

Wenn jemand einem andern Zauberei vorwirft, es aber nichtbeweisen kann, und derjenige, dem die Zauberei vorgeworfen wor-

*) Der See liegt in der heutigen Landschaft Faijum.

**) Das hat sich als unrichtig herausgestellt; schon die alexandrini-schen Geographen nahmen einen ursprünglichen Zusammenhang mitdem Mittelmeer an. Der See war denn auch das Sumpfgebiet einesSeitenarmes des Nils.

Heute ist er zusammengeschrumpft und liegt tief unter dem Meeres-spiegel, während er im Altertum die ganze Oase bedeckte. DurchRegulierung und Eindeichung der Wasser und Anlage von Kanälenwurde hier von Königen der zwölften Dynastie (um 2000 —1800v. Chr.) das in Ägypten ertragreichste Land für den Pflug gewonnen.

***) Zu den schönsten Funden, die man der Durchforschung desgroßen Ruinenhügels von Susa verdankt, gehören nicht Reste aus derZeit der susischen Könige, sondern Inschriften babylonischer Herrscher,die von Siegern aus Babylon fortgeschleppt wurden, um in Susa