Band 
Erster Teil.
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Als ich nicht mit dir saß.

Möchte ich deine Angelegenheit regeln,

Denn ich schrecke sie nicht.

Mein Herz erträgt nicht die Trägheit der Diener.

6. Das Labyrinth und der Mörissee.

Herodot. II, 148f.

Bearbeitet nach J. Chr. F. Bähr, Iv. Abicht und Lange-G-üthling.

Die Pyramiden spotten aller Beschreibung: denn eine jedevon ihnen wiegt eine Menge der größten hellenischen Bautenauf, und doch sind die Tempel zu Ephiesos und zu Samos wohlauch der Rede wert. Aber auch die Pyramiden übertrifft dasLabyrinth*), das etwas oberhalb des Sees Möris liegt, nicht weitvon der Stadt entfernt, die nach den Krokodilen**) benannt ist.

Ich habe das Labyrinth selber gesehen. Es hat zwölf be-deckte Höfe mit einander zugewandten Toren, sechs gegen Mitter-nacht, sechs gegen Mittag hin gelegen; sie stoßen aneinanderund sind von ein und derselben Mauer umgeben. Zweierlei Ge-mächer sind vorhanden, 1500 unter der Erde, 1500 darüber.Die oberen habe ich selber gesehen; ich bin durch sie gegangen;die unter der Erde kenne ich nur vom Hörensagen; denn dieAufseher wollten sie mir durchaus nicht zeigen, weil daselbstGrabstätten der Könige seien, die das Labyrinth erbaut haben,und der heiligen Krokodile. Die oberen Gemächer sind ein über-menschliches Werk. Die mannigfaltigen Ausgänge durch dieZimmerreihen und die Schlangengänge durch die Höfe bietentausend Wunder dar. Da kommt man von einem Hofe in dieGemächer und aus den Gemächern in die Hallen und aus denHallen wieder in eine Zimmerreihe und von hier wieder in einenHof. Decken und Wände sind von Stein; die Wände sind voll voneingehauenen Bildern, und ein jeder Hof ist von Säulen ausweißen Steinen eingefaßt, die sorgfältig ineinander gefügt sind.An einer Ecke des Labyrinths steht ganz nahe eine Pyramide,in welche große Bilder eingehauen sind; ihr Eingang befindetsich unter der Erde.

*) Ein. Bauwerk Amenemhets III., um 1849—1801 v. Chr.

**) Krokodilopolis, später Arsinoe, heute Medinat el Faijum.