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Der König bewunderte, heißt es, seine Klugheit und billigteseinen Plan. Themistokles suchte in der Zeit, die er sich nochVorbehalten hatte, von der persischen Sprache und den persischenLandesgebräuchen sich anzueignen, so viel er konnte. Nach Ver-lauf eines Jahres erschien er vor dem König und erlangte beiihm ein so großes Ansehen, wie noch kein Hellene, teils wegendes zuvor erworbenen großen Ruhmes, teils weil er ihm Hoffnungauf Unterwerfung der Griechenvölker machte, vornehmlich aber,weil er sich als wirklich kluger Mann erprobte.
Denn in der Tat war Themistokles ein Mann, in dem sich dieKraft- der Natur aufs stärkste offenbarte, und er ist darummehr als ein anderer der Bewunderung würdig. Durch den an-geborenen Verstand nämlich — denn er hatte weder vorher etwasgelernt, noch später durch Lernen etwas nachgeholt — wußteer nach ganz kurzer Überlegung plötzliche Vorfälle treffendzu beurteilen und den wirklichen Verlauf künftiger Dingemeist ganz richtig zu erraten. Was er vorhatte, wußte er auchals Redner trefflich darzustellen, und auch Unerfahrenheit ineiner Sache hinderte ihn nicht, geschickt zu urteilen, und wasdienlich oder nachteilig sei, sah er treffend schon voraus, wennder Ausgang noch im Dunkeln lag; kurz, er vermochte durchangeborene Geistesschärfe und mit rascher Überlegung das, wasnot tat, augenblicklich herauszufinden.
Er starb*) an einer Krankheit; doch sagen auch einige,er habe Gift genommen, weil er es für unmöglich gehaltenhabe, dem König sein Versprechen zu erfüllen. Sein Grabmalsieht man auf dem Markt zu Magnesia in Asien. Denn er warStatthalter dieser Gegend gewesen, da ihm der König Magnesia,das jährlich fünfzig Talente einbrachte, zum Brot, Lampsakos, dasfür eine der weinreichsten Gegenden galt zum Wein, und Myoszur Zukost angewiesen hatte. Seine Gebeine sollen seine Ange-hörigen auf sein Geheiß nach der Heimat gebracht und insgeheimin Attika beigesetzt haben; denn es war nicht erlaubt, ihndort zu begraben, da er als Hochverräter geflüchtet war.
So endeten Pausanias aus Lakedämon und der Athener Themi-stokles, die unter den Hellenen ihrer Zeit zum höchsten Glanzemporgestiegen waren.
*) Um 458.