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Ich vermute es. — S.: So wollen wir auch über diesen Punkt un-sern Rat aufsparen, bis wir nicht mehr bloß vermuten, sondernvielmehr wissen. — G.: Es Ist vielleicht so besser. — S.: Indie Silbergruben aber, das weiß ich, bist du nie gekommen,und kannst also auch nicht sagen, warum sie jetzt wenigereintragen als früher. — G.: Nein, dahin bin ich nie ge-kommen. — S.: Man sagt auch in der Tat, der Ort seiungesund. Mehr braucht es zu deiner Entschuldigung nicht,wenn du darüber ein Gutachten abgeben solltest. — G.: Duspottest meiner. — S.: Aber das weiß ich, du hast nicht ver-säumt, darüber nachzudenken, wie lange der Staat mit demGetreide, das wir selbst im Lande bauen, ausreichen kann, undwie viel jährlich hinzugekauft werden muß, damit du nie dar-über im Unklaren bist, wenn im Staat Mangel herrscht, son-dern dich in der Lage befindest, das Gemeinwesen durch deinenRat in seinen Bedürfnissen zu unterstützen und zu retten. — G.:Ei, das würde nach deinen Reden ja eine wahre Riesenarbeitsein, wenn man um all dergleichen sich bekümmern sollte. —S.: Und doch kann einer nicht einmal seine eigene Haushaltungordentlich besorgen, wenn er dies alles nicht weiß. Da nun aberdie Stadt, aus mehr als zehntausend Häusern besteht, und esschwer ist, für so viele Haushaltungen zumal zu sorgen, warumhast du nicht versucht, zunächst einem einzelnen Hause, demdeines Oheims, aufzuhelfen, das dessen sehr bedarf? Gelingtes dir bei diesem, so magst du auch bei andern den Versuchmachen. Wenn einer ein Talent nicht tragen kann, muß man esihm noch sagen, daß er es mit mehreren auch nicht einmalversuchen solle? — G.: Ei, ich wollte ja meinem Oheim ganzgerne helfen, wenn er mir nur folgen wollte. — S.: Wie? Dukannst deinen Oheim nicht dazu bewegen und meinst, du könn-test ganz Athen samt deinem Oheim dazu bringen, dir zu ge-horchen? Nimm dich wohl in Acht, Glaukon, daß du nicht überdem Streben nach Ruhm dir das Gegenteil zuziehst. Siehst dunicht, wie gefährlich es ist, von etwas zu reden oder sich mitetwas zu befassen, wenn man es nicht versteht? Denke an alleandern, die den gleichen Fehler machen. Was gewinnen sie damit,Lob oder Tadel, Bewunderung oder Verachtung? Und denke dannauch an die, welche verstehen, was sie sagen und was sie tun.Ich meine, du werdest finden, daß Ruhm und Bewunderungdem Einsichtigsten zuteil wird, Schande und Verachtung dagegen