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zu sein, so brachte er mehr Opfer, als er gelobte, wenn er zuKummer Grund hatte. Wenn er Befürchtungen hegte, war ergewohnt, sich heiter zu zeigen, wenn er aber glücklich war,demütig zu sein.
Von seinen Freunden liebte er nicht die mächtigsten ammeisten, sondern die, welche ihm sehr gewogen waren. Er haßtenicht den, der Böses erfahren [hatte und sich rächte, sondern,den, der Wohltaten empfangen hatte und sich undankbar zeigte.Freude machte es ihm, die, welche durch schlechte Mittel Ge-winn suchten, arm zu sehen, die Redlichen aber zu bereichern;denn er wollte, daß die Redlichkeit mehr Gewinn bringe, alsdie Unredlichkeit. Mit Leuten aller Art pflegte er Umgang,aber nur mit guten und vertrauten. Wenn er andere je-mand tadeln oder loben hörte, so glaubte er, ebenso gutden Charakter der Redenden kennen zu lernen, als derjenigen,von denen sie redeten. Die, welche von Freunden betrogenwurden, tadelte er nicht; die aber, welche sich von Feinden hinter-gehen ließen, schalt er hart. Mißtrauische zu täuschen, hielt erfür vernünftig, Vertrauende aber für frevlerisch. Wenn er gelobtwurde von Männern, die das, was ihnen nicht gefiel, auch zutadeln wagten, so freute er sich; er feindete keinen an, der frei-mütig sprach. Aber vor Heuchlern hütete er sich wie vor Nach-stellung. Verleumder haßte er mehr als Diebe; denn er hielt esfür einen großem Verlust, seiner Freunde, als seiner Habe beraubtzu werden. Die Fehler der Bürger nahm er leicht, die der Herr-scher aber hielt er für wichtig, weil nach seinem Urteil jenewenig, diese aber viel verderben; dem Herrscherstande aberglaubte er, zieme nicht Fahrlässigkeit, sondern gewissenhafteTätigkeit.
Von seinem Körper ein Bild aufzustellen, weigerte er sich,obgleich viele ihm damit ein Geschenk machen wollten; vonseiner Seele aber Denkmäler zu hinterlassen, strengte er sichunaufhörlich an. Jenes sei ein Werk der Bildhauer, meinte er,dieses aber sein eigenes, jenes die Sache der Reichen, diesesdie der Guten. Von seinem Vermögen machte er nicht nur einengerechten, sondern auch einen edlen Gebrauch; dem gerechtenManne sei es genug, glaubte er, Fremdes nicht anzutasten, derEdle aber müsse auch mit seiner eigenen Habe noch Nutzenstiften. Immer fürchtete er sich vor dem Zorne der Götter; denn