143
blasen. Die Stadt war in größter Bewegung. Am folgenden Mor-gen, bei Tagesanbruch aber, riefen die Prytanen den Rat auf dasRathans, ihr aber begabt euch in die Versammlung, und ehe derRat noch verhandelt und einen vorläufigen Beschluß gefaßt hatte,saß das ganze Volk schon oben. Und als hierauf der Rat ein-trat und die Prytanen, was ihnen gemeldet war, öffentlichbekannt machten und den Überbringer der Nachricht vorführ-ten und auch dieser gesprochen hatte, da fragte der Herold:Wer begehrt das Wort? Niemand aber meldete sich. Und ob-schon der Herold seine Frage oft wiederholte, stand doch auchnicht einer auf, trotzdem alle Strategen und alle Redner zu-gegen waren und die Stimme des Vaterlandes laut nach einemSprecher für seine Rettung rief: denn wenn der Herold dem Ge-setze gemäß seine Stimme erschallen läßt, kann man darin mitvollem Recht den Ruf des ganzen Vaterlandes erkennen. Unddoch, hätten alle diejenigen auftreten sollen, welche die Ret-tung des Vaterlandes wünschten, da wäret ihr alle und die an-dern Athener aufgestanden und zur Rednertribüne geeilt; dennihr alle, ich weiß es, wünschtet die Rettung des Vaterlandes.Oder wenn die Reichsten hätten auftreten wollen, die Dreihun-dert, oder die, die zugleich vaterländisch gesinnt sind, so wärendie aufgetreten, die nachher so große Geldopfer für den Staatgebracht: denn sie taten dies aus Vaterlandsliebe und weil siereich waren. Jene Zeit ünd Stunde aber forderte nicht bloß einenpatriotischen und reichen, sondern einen Mann, der den Gangder Ereignisse von Anfang an verfolgt, und richtig erwogenhatte, warum Philipp so handelte und was seine Absicht war.Denn wer dies nicht erkannt und nicht schon längst sorgfältigdurchdacht hatte, konnte, auch wenn er vaterlandsliebend undreich war, trotzdem nicht wissen, was zu tun sei, und eucheinen Rat geben.
Ich nun erschien an jenem Tage als ein solcher Mann. Ichtrat auf und sagte zu euch, was ihr jetzt aufmerksam wiedervon mir hören müßt: einmal, damit ihr erkennt, daß ich alleinunter allen Rednern und Staatsmännern den Posten, den mireuer Zutrauen gegeben hatte, auch in der Gefahr nicht verließ,sondern in Wort und Schrift mitten unter den Schreckensereig-nissen euer Wohl erstrebte; dann aber, weil ihr durch einen