Band 
Erster Teil.
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Staat, der seinem Verfalle nahe war und zur Sittenverderbnisneigte, durch treffliche Anordnungen, weise Gebräuche undGrundsätze wieder hergestellt und aufgerichtet.

Cato war aber auch ein guter Vater, ein liebevoller Gatte undtrefflicher Wirt, der das Hauswesen als eine wichtige Sachebetrachtete und sich dessen mit größter Sorgfalt annahm. Erheiratete eine Frau, die mehr von edler Geburt als reich war,weil er glaubte, daß zwar die vornehmen wie die reichen Fraueneinen gewissen Stolz und Dünkel besitzen, die von edler Geburtaber vor schändlichen Dingen mehr Scham haben und sich dahervon ihrem Gatten viel leichter zum Guten leiten lassen. Er warauch der Meinung, daß der, welcher seine Frau oder seinen Sohnschlage, sich an den ehrwürdigsten Heiligtümern vergreife; inseinen Augen war es ein schöneres Lob, ein guter Ehegatte,als ein großer Katsherr zu sein. Als sein Knabe zu Verstandkam, nahm ihn Cato selbst zu sich und lehrte ihn lesen, obgleicher einen Sklaven hatte, der ein geschickter Lehrer war undviele Kinder unterrichtete. Aber er wollte nicht, daß sein Sohn,wenn er faul wäre, von einem: Sklaven geschimpft oder bei denOhren gezupft würde; auch wollte er einem Sklaven für denersten Unterricht keinen Dank schulden. Daher machte er selbstden Sprachlehrer, den Hofmeister und den Fechtmeister, indemer seinen Sohn nicht nur den Wurfspieß brauchen, fechten undreiten lehrte, sondern ihn auch übte, mit geballter Faust zukämpfen, Hitze und Kälte zu ertragen und über Strudel oderreißende Stellen im Tiber zu schwimmen. Er schrieb, wie er selbstsagt, mit eigener Hand und mit großen Buchstaben, allerhandGeschichten zusammen, damit sein Sohn von Kindheit auf Gelegen-heit habe, sich mit den Taten und Sitten der Vorfahren bekanntzu machen.

Als Cato anfing, an seine Bereicherung zu denken, fander bald, daß der Landbau mehr zum Zeitvertreib diene, als einenguten Ertrag gebe. Er legte daher seine Kapitalien so an,daß er sich sichere Einkünfte versprechen konnte. Dazuhielt er auch seinen Sohn an, indem er sagte: „Die Ver-minderung des Vermögens ist wohl einer Witwe, nie aber einemManne 'zu verzeihen.“ Den nannte er einen bewunderungswürdigenund göttlichen Mann, aus dessen Rechnungen sich nach seinemTode zeige, daß er mehr erworben als geerbt habe.