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Cato war schon ziemlich alt, als die beiden Philosophen,der Akademiker Karneades und der Stoiker Diogenes als Abge-ordnete von Athen nach Rom kamen. Sogleich fanden sichdie wißbegierigsten unter den römischen Jünglingen bei diesenMännern ein und suchten voller Bewunderung ihren Umgangund Unterricht. Die Römer sahen es gern, daß ihre Söhne mitgriechischer Gelehrsamkeit bekannt wurden. Nur Cato war gleichanfangs unzufrieden damit, weil er fürchtete, die Jugend möchtenun auf die Wissenschaften allein Eifer und Fleiß verwendenund diese dem Ruhm der Taten und des Krieges weit vorziehen.Er wollte von der Philosophie nichts wissen und suchte eineArt von Ehre darin, alle griechische Kunst und Gelehrsamkeitzu verschmähen. Mit prophetischem Geiste sagte er voraus,die Römer würden um alle Macht kommen, wenn sie sich vonder Liebe zu den Wissenschaften der Griechen anstecken ließen.Die Zeit hat diese schlimme Weissagung 1 zu nichte gemacht, dadie Stadt zu der höchsten Macht emporgestiegen ist, obschonsich die Römer mit dem größten Eifer auf alle Arten vongriechischer Gelehrsamkeit legten.
Für die letzte von Catos Staatshandlungen hält man die Zer-störung Karthagos; diese wurde zwar durch den jüngeren Scipiobewerkstelligt, der Krieg selbst aber auf Catos Rat und Gut-achten unternommen. Auf seiner Gesandtschaftsreise nach Kar-thago sah Cato, daß die Stadt sich keineswegs, wie die Römerdachten, in elenden und bedrängten Umständen befand, daß sievielmehr an streitbarer Mannschaft Überfluß hatte, mit Reich-tümern sowohl als allen Arten von Waffen und anderen Kriegs-vorräten angefüllt war und sich darauf nicht wenig einbildete.Er glaubte daher, daß die Römer jetzt nicht bloß auf Beilegungder Händel der Numider und des Masinissa zu denken hätten,sondern daß sie wieder von gleicher Gefahr bedroht würden,wenn sie nicht beizeiten eine Stadt, die von alters her ihreerbittertste Feindin und in unglaublichem Aufstieg begriffenwar, sich gänzlich unterwürfig machten.
Deshalb eilte Cato nach Rom zurück und stellte im Senatevor, daß die einstigen Niederlagen der Karthager nicht sowohlihre Macht als ihren Unverstand vermindert hätten und sie durchdie erlittenen Unfälle nicht schwächer, sondern nur desto erfah-rener im Kriege geworden zu sein schienen; die numidiscben