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war durch die Worte, die der erst achtzehnjährige Mann an ihnrichtete, überrascht und erwiderte: „Bei den Göttern! Scipio, sagedas nicht und glaube das nicht. Denn ich tue das nicht aus einerungünstigen Meinung über dich, oder um dich z,u vernachlässigen;sondern weil dein Bruder der ältere ist, beginne ich bei unserenGesprächen mit ihm und kehre bei meinen Antworten und Rat-schlägen schließlich zu ihm zurück, indem ich glaube, du hegestdie gleiche Gesinnung. Ich wundere mich darüber, daß in direin weichlicherer Sinn wohnen soll, als sich für die Gliedereures Hauses geziemt; denn aus deinen Worten leuchtet einhoher Sinn hervor. Ich möchte mich dir gern widmen unddir behilflich sein, damit du deiner Vorfahren würdig redestund handelst. Ich sehe, daß ihr jetzt euer Streben und euernWetteifer auf die Wissenschaften richtet; es wird euch, dirund deinem Bruder, nicht an Leuten fehlen, welche euch mitFreuden ihre Hülfe gewähren; denn ich sehe, wie gegenwärtigeine große Schar solcher Leute aus Griechenland nach Romströmt; für das, was dich jetzt schmerzt, wirst du keinen ge-eigneteren Kampfgenossen und Helfer finden, als uns.“ WährendPolybios noch so sprach, ergriff Scipio mit beiden Händen seineRechte, drückte sie tiefbewegt und sagte: ,,0 wenn ich doch denTag sähe, an welchem du alles andere hintansetzen und mirdein Herz schenken und mit mir leben wolltest! Denn von demAugenblicke an, glaube ich, würde ich sofort meines Hausesund meiner Vorfahren würdig sein.“
Seit dieser Zeit lebten die beiden miteinander wie Brüder.Scipios Eifer und Begeisterung für das Schöne zeigte sich aberzunächst in dem Bestreben, den Ruf sittlicher Strenge zu erwer-ben und es darin allen Altersgenossen zuvorzutun. So schwerdas im allgemeinen ist, war der Preis im damaligen Rom wegender schlimmen Sitten leicht zu gewinnen; denn die Jugendschwärmte für Zuchtlosigkeit und Wollust, für musikalische Ge-nüsse und Trinkgelage und verschwendete dafür große Summen,nachdem, sie sich im Kriege gegen Perseus den Leichtsinn derGriechen angeeignet hatte. Es war dies so gekommen, weilnach der Vernichtung des makedonischen Reichs die Weltherr-schaft der Römer unbestritten schien, dann aber, weil durchdie Geldsummen, die aus Makedonien nach Rom geflossen waren,das Vermögen der einzelnen wie auch der Reichtum des Staa-