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Händel seien jetzt für sie Vorübungen zum Kampfe mit denRömern, und der Friedensvertrag diene ihnen bloß zu einemschicklichen Aufschub des Krieges, um ihn bei erster Gelegen-heit von neuem anzufangen.
Am Ende dieser Rede ließ Cato, wie man erzählt, mitten iinSenat beim Aufnehmen der Toga einige Feigen fallen, und daman die Größe und Schönheit derselben bewunderte, sagte er:„Das Land, wo diese Früchte wachsen, ist von Rom nur eineFahrt von drei Tagen entfernt.“ Noch weit auffallender aberwar es, daß er jedesmal, wenn er über eine Sache sein Gut-achten erstattete, mit folgenden Worten schloß: „Im übrigenbin ich der Meinung, daß Karthago zerstört werden muß.“*)
Deshalb wird Cato für den Urheber des letzten Kriegesmit den Karthagern gehalten. Er starb aber gleich im Anfängedesselben, nachdem er noch wegen des Mannes, der ihn beendi-gen würde, eine Weissagung getan hatte. Dieser war damalsnoch sehr jung und erst Legat,**) zeigte aber schon bei allenAnlässen Klugheit und Mut. Als Nachrichten darüber von demKriegsschauplatz nach Rom und Cato zu Ohren kamen, soll er denVers Homers zitiert haben:
„Er allein ist verständig, die andern sind flatternde Schatten.“Und diesen Ausspruch brachte Scipio durch seine Taten gar baldin Erfüllung.
18. Scipio Ämilianus Africanus minor.
Polybios, XXXII, 9—15. Bearbeitet nach J. F. C. Campe.
Eines Tages fragte Scipio in ruhigem und sanftem Tone,indem er leicht errötete, den Polybios:
„Warum, o Polybios, essen wir Brüder von einem Tische unddu wendest dich doch mit all deinen Fragen und Antwortenausschließlich? an den älteren und lassest mich unbeachtet?Sicherlich hast auch du von mir die Meinung, die die andernBürger von mir hegen, denen ich eine stille und schlaffe Naturzu sein scheine, weit entfernt vom römischen Charakter.“ Polybios
*) Ceterum censeo Carthaginem esse delendam.
**) Es handelt sich um Scipio Ämilianus. Legaten sind mit einerpolitischen Sendung beauftragte Senatoren oder die ständigen Ge-hilfen der Feldherren oder Statthalter.