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sulat verwaltet and zwei Triumphe gefeiert hatte, aber durchseine Tugenden und großen Eigenschaften eine noch weit glänzen-dere Würde erhielt. Daher wurde er auch für würdig befunden,Cornelia, die Tochter des Scipio, der den Hannibal besiegt hatte,nach dessen Tode zur Gemahlin zu bekommen, wie wohl er keinFreund, vielmehr ein Gegner des Scipio gewesen war.
Bei seinem Tode hinterließ er zwölf Kinder. Cornelia über-nahm nun die Sorge für diese und das Haus und bewiesdabei viel Klugheit, Liebe und Geistesgröße. Sie gab sogardem König Ptolemäos*), der das Diadem mit ihr teilenwollte und ihr die Vermählung antrug, eine abschlägigeAntwort. In ihrem Witwenstande verlor sie durch den Todalle ihre Kinder, bis auf eine einzige Tochter, die mit dem jün-geren Scipio vermählt wurde, und zwei Söhne, Tiberius undGajus. Diese erzog sie mit so viel Sorgfalt, daß man, ungeachtetsie unstreitig unter allen Römern die talentvollsten waren, ihregroßen Eigenschaften mehr der Erziehung als der natürlichenAnlage teuschrieb. —
Cornelia ertrug alle Unglücksfälle mit edlem, standhaftemMute und sagte von den heiligen Orten, wo ihre Söhne ermordetWorden waren, die Toten hätten nun die Grabmäler, die sie ver-dienten. Sie hatte ihren ständigen Aufenthalt bei Misenum**),ohne das geringste an ihrer gewöhnlichen Lebensweise zu ändern.Hier war sie von einer Menge von Freunden umgeben undführte aus Gastfreundschaft einen guten Tisch, indem immerGriechen und Gelehrte bei ihr aus- und eingingen, auch alleKönige ihr Geschenke schickten und von ihr solche empfingen.Alle, die sie besuchten oder mit ihr verkehrten, empfanden dasgrößte Vergnügen, wenn sie ihnen das Leben und die häus-liche Einrichtung ihres Vaters Africanus beschrieb. Am meistenaber wurde sie bewundert, wenn sie auf ihre Söhne zu sprechenkam und ohne alle Betrübnis, ohne Tränen, deren Taten undSchicksale, wie Begebenheiten der Vorzeit, denen erzählte, diesich darnach erkundigten.
Das Volk verehrte Cornelia namentlich ihrer Söhne wegen,aber auch um ihres Vaters ‘willen und errichtete ihr in der Folgeeine eherne Statue mit der Inschrift: Cornelia, die Mutter derGracchen.
*) Von Ägypten.
**) Am Eingang zum Ctolf von Neapel.