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Erster Teil.
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kinderlos geworden, weil sie außer stände seien, Kinder zu ernäh-ren. Alsdann zählten sie alle die Feldzüge auf, die sie mitgemachthatten, um diese Ländereien zu erobern, und murrten über dieUnbilligkeit, daß sie am Gemeingute keinen Anteil haben soll-ten. Zugleich schalten sie auf diejenigen, die statt frei gebornerBürger Sklaven in ihre Dienste nähmen, eine Menschengattung,die immer untreu und feindselig gewesen sei und deshalb auch zumKriegsdienste nichts tauge.*) Der Plan des Gracchus zielte übri-gens nicht auf Erhöhung des Wohlstandes, sondern auf Stei-gerung der Volkskraft hin.

Die Gemüter erhitzten sich. Die Flammen unmäßiger Gärungwurden entzündet, und in dieser Stimmung wartete man aufden Tag, wo über den Gesetzesvorschlag abgestimmt werdensollte, die eine Partei entschlossen, alles zu versuchen,um seine Bestätigung zu verhindern, die andere, allesanzuwenden, daß er Kraft- erhalte. Ehe die Stimmabgabe ihrenAnfang nahm, hielt Gracchus eine lange Empfehlungsrede undbefahl dann dem Schreiber, das Gesetz vorzulesen. Aber einanderer 'Volkstribun, Marcus Octavius, war vorher von den Groß-grundbesitzern gewonnen worden, die Sache zu verhindern.

41s Octavius das Veto einlegte, wurde er auf Antrag des Gracchusin gesetzwidriger Weise seines Amtes entsetzt, worauf der Gesetzes-

*) P lutarc h, Tiberius Gracchus, 9: Die Reichen und Groß-grundbesitzer gaben sich alle Mühe, das Volk von dem Gesetze ab-zuzieben, unter dem Vorwände, des Tiberius Absicht bei der vorge-schlageneri Landverteilung sei keine andere, als die bisherige Verfas-sung umzustürzen und eine allgemeine Revolution zu entfesseln. Sierichteten aber damit nichts aus; denn Tiberius erwies sich ihnen zusehr überlegen, wenn er auf der vom Volk umringten Rednerbühnestand und von den Armen mit folgenden Worten sprach:

„Die wilden Tiere, die in Italien hausen, haben ihre Höhlen;jedes von ihnen weiß seine Lagerstätte, seinen Schlupfwinkel. Nurdie, welche für Italien fechten und sterben, können auf weiter nichtsals auf Luft und Licht rechnen; unstät, ohne Haus und Wohn-sitz, müssen sie mit Weibern und Kindern im Lande herumstreichen.Die Feldherren lügen, wenn sie in Schlachten die Soldaten ermun-tern, ihre Grabmäler und Heiligtümer gegen die Feinde zu vertei-digen ; denn von so vielen Römern hat keiner einen väterlichen Herd,keiner eine Grabstätte seiner Vorfahren aufzuweisen. Nur für di«Üppigkeit und den Reichtum anderer müssen sie ihr Blut vergießenund sterben. Sie heißen Herren der Welt, ohne nur eine einzige Erd-scholle ihr Eigentum nennen zu können.“