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so wurden sie dem Senate immer furchtbarer. Bald kam esso weit, daß die Gewalt im Staate sich umwandte, indem derSenat nur noch die ,Ehre, die Ritter die Macht hatten. Schließ-lich übten diese bei den Gerichten nicht nur die Herrschaft aus,sondern erlaubten sich auch offenbaren Übermut gegen Sena-toren. Bald nahmen sie von jenen die Bestechlichkeit an, undnachdem sie einmal den häufigen Gewinn gekostet hatten, mach-ten sie sich diesen noch auf eine schändlichere und unmäßigereArt zu Nutzen. Angestellte Ankläger- gewannen sie für dieReichen. Klagen wegen Bestechlichkeit unterdrückten sie gänz-lich, indem sie untereinander zusammenhielten oder Gewaltbrauchten. So verschwand selbst der Brauch solcher Untersu-chungen ganz, und das Gesetz wegen der Gerichte veranlaßteauf lange Zeiten hinaus eine andere Art von Gärungen, die nichtunbedeutender waren als die früheren.
Gracchus zog auch lange Straßen durch Italien, um sich dieMenge der Arbeitsunternehmer und Handwerker ergeben zu ma-chen, so daß sie bereit wären, jeden seiner Befehle zu voll-ziehen. Außerdem beantragte er die Gründung vieler Kolonien.*)Die Latiner munterte er auf, alle Rechte der Römer anzuspre-chen; denn der Senat könne sich doch ihnen als Geschlechtsver-wandten unmöglich mit Ehren widersetzen. Den übrigen Bundes-genossen, die bei den Wahlen der Römer kein Stimmrecht hat-
*) Plutarch, Ga jus Gracchus, 6: Bei all diesen Einrichtungenund Werken bestellte er sich selbst zum Aufseher und Verwalter, ließsich durch so vielerlei wichtige Geschäfte auf keine Weise ermüden,sondern führte jedes, als wenn es das einzige wäre, mit ungemeinerGeschwindigkeit und außerordentlichem Eifer aus, so daß selbst die,die ihn am meisten haßten und fürchteten, über seine Betriebsamkeitund seine rasche Tätigkeit erstaunen mußten. Der gemeine Mannaber geriet vollends in Bewunderung, wenn er ihn von einer MengeBauunternehmer, Handwerker, Boten, obrigkeitlicher Personen, Sol-daten und Gelehrten umgeben sah, mit denen er sich auf freundlicheund gefällige Art unterhielt und jedem die ihm gebührende Ehreerwies, ohne bei aller Höflichkeit seiner eigenen Würde das geringstezu vergeben. So ließ er zugleich diejenigen als nichtswürdige Verleum-der erscheinen, die ihn für einen furchtbaren, groben und gewalttäti-gen Menschen ausgaben; er wußte selbst im Umgang und inGeschäften sich, noch geschickter als in den öffentlichen Reden aufder Rednerbühne des Marktes beim Volke einzuschmeicheln und be-liebt zu machen.
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