Band 
Erster Teil.
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28. Der Krieg gegen die Cimbern und Teutonen113—101 v. Chr.

Flutarch, Gajus Marius, 11, 13—16, 18ff-, 23, 25ff. NachKaltwasser-Giitliling. Stark gekürzt. Die Schlachtenscliilderungen sindanekdotisch und unzuverlässig.

Die Cimbern und, Teutonen. Kaum war die Nachricht vonder Gefangennahme des Jugurtha*) in Rom eingelaufen, als sichauch das Gerücht vom Nahen der Cimbern und Teutonen verbrei-tete, das anfangs hinsichtlich der Größe und Stärke der anrücken-den Heere wenig Glauben fand, nachher aber weit unter derWahrheit befunden wurde. Denn der Zug bestand aus 300000streitbaren Männern in Waffen, und diese sollten einen nochweit größeren Haufen von Weibern und Kindern mit sich füh-ren, um ein Land zu suchen, das diese große Menge ernährenkönnte, und Städte, worin sie sich niederlassen wollten.

Weil diese Völker mit andern gar keinen Verkehr hattenund eine so weite Strecke von Ländern durchzogen, wußte mannicht, wer sie eigentlich waren, oder aus welchen Gegendensie wie eine Wolke über Gallien und Italien hereinbrachen. Ammeisten vermutete man aus ihrer besondern Leibesgröße, ausihren blauen Augen und dem Namen Cimbern, den die Ger-manen denRäubern beilegen, daß sie zu den germanischen Völker-schaften, die am Nordmeere wohnen, gehören möchten. An Mutund Kühnheit waren sie unwiderstehlich, und in Schlachtenbrachen sie, gleich dem Feuer, mit solcher Gewalt und Schnel-ligkeit ein, daß ihren Angriff niemand aushalten konnte, viel-mehr alle Völker, auf die sie stießen, für sie eine sichere Beutewaren und selbst viele große Heere und Feldherren der Römer,die das jenseits der Alpen liegende Gallien beschützen sollten,schimpflich vernichtet wurden.

Marius als Feldherr. Auf dem Feldzuge gegen die Cimbernhärtete Marius seine Truppen noch unterwegs ab, übte sie aufmancherlei Art im Laufen, hielt sie zu starken Märschen anund zwang sie, nicht nur ihr Gepäck selbst zu tragen, sondernauch ihre Speisen mit eigener Hand zu bereiten. Sein sonst sofinsteres und mürrisches Wesen, seine unerbittliche Härte imStrafen kam ihnen jetzt, da sie gewöhnt waren, sich keinen

*) Im Jahre 105 v. Clir., durch Sullas Verdienst; er war imJugurtliinischen Kriege Unterfeldherr des Marius.