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einzuziehen, Kolonien und Städte anzulegen oder zu zerstören,Königreiche nach seinem Gutdünken zu nehmen oder zu ver-geben. Beim öffentlichen Verkauf der eingezogenen Güter saßer selbst auf einem Richterstuhle und benahm sich dabei so über-mütig und despotisch, daß die Güteranweisungen noch weit ge-hässiger waren, als die Einziehung selbst. Denn er verschenkte anschöne Weiber, an Musikanten und Komödianten und selbst an dienichtswürdigsten Freigelassenen die Ländereien ganzer Völkerund die Einkünfte ganzer Städte. —
30. Aus dem Leben des Lucullus.
Plutarch, Lucullus, 39ff. Nach Kaltwasser-Güthling.
Das Leben des Lucullus läßt sich füglich mit einer altenKomödie vergleichen, worin zuerst Staats- und Kriegsbegeben-heiten, dann Gastmähler und Schmausereien, ja wohl gar lustigeGelage, Ständchen und alle Arten von Spielereien Vorkommen.Denn unter die Spielereien rechne ich wenigstens die prachtvollenBauten, die Anlegung von Galerien und Bädern und noch mehrdie Gemälde und Bildsäulen und andere derartige Kunstsachen,welche Lucullus mit großem Eifer und ungeheurem Aufwandsammelte, so daß er dafür die großen in den Feldzügen erwor-benen Reichtümer verschwendete. Selbst jetzt noch, wo doch derLuxus ungemein zugenommen hat, werden die sogenannten Lucul-lusgärten zu den prächtigsten unter den kaiserlichen Gärtengezählt. Von derselben Art waren seine Werke an der Seeküstebei Neapolis, wo er Berge über Gewölben aufhängte, Kanäle ausdem Meere zu Fischbehältern um die Wohngebäude herumleiteteund Lusthäuser im Meere erbaute, weswegen der Stoiker Tubero*),als er diese Anlagen besah, den Lucullus einen „Xerxes in derToga“ nannte. Überdies hatte er bei Tusculum**) angenehme Land-häuser, die mit Warten von der schönsten Aussicht, mit offenenSäfenund Galerien versehen waren. Pompejus, der einst den Lucullusdaselbst besuchte, tadelte ihn, daß er das Landhaus zwar für
*) Jurist, Redner und Historiker. Die; Äußerung bezieht sich insofernauf Xerxes, als dieser den Berg Athos hatte durchgraben und überden Hellespont eine Brücke schlagen lassen.
**) In Latium. In der Nähe hatten die reichen Römer prächtigeLandhäuser.