Band 
Erster Teil.
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Und wenn fern ein Barbarenvolk an der Wiege des Nils wohnt.Dann, wann rings da die Welt bogst unter latinische Satzung,Dann, wenn so dich verlangt, o Rom, nach unseligem Kriegszug,Kehr’ auf dich selber die Faust: noch mangelten Feinde dir

niemals.

Jetzt, daß des halbzerstörten Italien Türme sich neigen,

Frech berührt, daß mächtig Gestein die gefallenen MauernAnzeigt, daß kein Wächter im öden Hause zurückblieb,

Kaum ein Bewohner annoch in den alten Städten umherirrt,

Daß von Dornen umstarrt, viel Jahre vergessen vom Pfluge,Du, Hesperia liegst, und den Fluren die Hände gebrechen:Nicht der trotzige Pyrrhos und nicht der phönikische Feldherr*)Brachte so großes Unheil; kein Schwert hat das innerste LebenJe uns erreicht, nur Bürgerhand tieft’ unsere Wunden.

34. Cäsars Sieg bei Pharsalos, 48 v. Chr.

Cäsar, Der Bürgerkrieg, III, 92 — 96. Xacli A. Horneffer (AntikeKultur, IX, S. 144 —149). Gekürzt.

Zwischen den beiden Heeren war gerade so viel Raum, wiefür den beiderseitigen Anlauf erforderlich war. Pompejus aberhatte Befehl gegeben, Cäsars Angriff ruhig zu erwarten und sichnicht von der Stelle zu rühren, damit die feindliche Schlacht-ordnung sich lockere und auseinanderzöge. Die Wucht der an-stürmenden Feinde sollte sich brechen, die Schlachtordnung sollteLücken bekommen, und dann erst sollten sie in Reih’ und Gliedgegen die Ungeordneten vorrücken. Er hoffte auch, die feind-lichen Speere würden weniger Schaden tun, wenn die Soldatenan ihrer Stelle blieben, als wenn sie selber würfen und dabeivorliefen. Außerdem würden Cäsars Soldaten durch den doppeltlangen Lauf außer Atem kommen und müde werden.

Unserer Meinung nach hat Pompejus nicht klug daran getan;denn in allen Menschen schlummert eine gewisse frische Taten-lust, die durch begeisterten Kampfeseifer zum Leben erwecktwird. Der Feldherr darf diese Tatenlust nicht zurückdrängen,

*) Hannibal.