Band 
Erster Teil.
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es mag einer zu ihnen kommen, aus welcher Ursache er immerwill, so findet er Schutz gegen jegliche Unbill und wird fürunverletzlich gehalten; jedes Haus steht ihm offen, jeder teiltseinen Unterhalt mit ihm.

Die Germanen sind nun bei ihrer alten Armut, Dürftigkeitund Entbehrung geblieben und bewahren noch ihre frühereLebensweise und Körperpflege; den Galliern hingegen verschafftedie Nähe der römischen Provinzen und die Bekanntschaft mitden überseeischen Waren reichen Wohlstand und größere Be-quemlichkeit. Dadurch wurden sie allmählich gewöhnt, sich be-siegen zu lassen, und in vielen Treffen überwunden, stellen siegegenwärtig nicht einmal selbst die überlegene Tapferkeit derGermanen in Abrede.

33. Der Bürgerkrieg.

Lucanus, Pharsalia, Vers 8—32. Übersetzt von P. H. Bothe.

Welche Wut, o ihr Bürger? warum das Eisen entfesseln?Feindlichen Völkerscharen des Römerblutes zu spenden,

Da der Ausonertrophäen*) beraubt sein sollte die HoffartBabylons**), und der Geist ungerächt umirrte des Crassus,Zöget ihr aus zu Kriegen, die keine Triumphe verhießen?

Ha, welch mächtiges Land und Meer zu erobern geziemt’ euchDurch das Blut, das also von Bürgerhänden dahinfloß:

Dort, wo Titan***) entsteigt, wo Nacht die Gestirne hinabsenkt,Wo erglühende Stund’ ausdorrt die Gefilde des Mittags,

Und wo starrender Frost, unerweicht vom Hauche des Frühlings,Über Skythiens Flut hinstreckt den glänzenden Eisschild,

Unter dem Joch schon krümmte der Sererf) sich, schon der

Araxesft),

*) Ausoner, der südliche Zweig des umbrisclien Stammes; hierallgemein Römer.

**) D. h. des Partherreiches, wo Crassus 53 v. Chr. bei Carrhäin Mesopotamien gefallen war.

***) Sonnengott.

f) In einem sagenhaften Land im Osten, vielleicht Mittelchina,-j-jj Fluß in Armenien, heute Aras.