Band 
Erster Teil.
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traten frische, ungeschwächte Leute an die Stelle der Ermüdeten,und im Rücken griffen die andern an. Da hielten die Pom-pejaner nicht länger stand und wandten sich sämtlich zur Flucht.Pompejus verließ die Schlachtreihe, ritt schleunigst ins Lagerund ging ins Feldherrnzelt. Er hatte keine Hoffnung mehr,wollte aber den Ausgang abwarten. Die fliehenden Pompejanerwurden ins Lager hineingetrieben. Cäsar wollte ihnen keine Zeitlassen, sich zu erholen, und rief den Soldaten zu, sie sollten sichdie Gunst des Schicksals zu Nutze machen und das Lager er-stürmen. So erschöpft die Leute infolge der großen Hitze waren*),— es war inzwischen Mittag geworden — gehorchten sie dochseinem Befehl und unterzogen sich willig jeder Anstrengung.

Im Lager des Pompejus fand man Laubhütten erbaut, großeMengen Silbergeschirr standen auf den Tischen, der Boden derZelte war mit frischem Rasen bedeckt, das Zelt des L.Lentulus**)und einiger anderer sogar mit Efeu bekleidet. Kurz, viele An-zeichen deuteten auf ein recht üppiges Leben und ein übergroßesSiegesbewußtsein hin. Man konnte leicht erkennen, daß dieseMänner sich um den Ausgang der Schlacht keine Sorge gemachthatten, wenn sie für so unnötigen Luxus Sinn hatten. Und solcheLeute warfen Cäsars Heer Üppigkeit vor, Cäsars. armem, genüg-samem Heere, das ewig an allem notwendigen Mangel gelittenhatte!

Pompejus bestieg, als unsere Leute schon im Lager standen,ein Pferd, riß sich die Feldherrnabzeichen ab, verließ eiligstdas Lager durch das decumanische Tor***) und jagte nach Larisa.Auch dort blieb er nicht. Mit wenigen Freunden, die auf derFlucht zu ihm stießen, und einem Gefolge von dreißig Reiternritt er Tag und Nacht mit gleicher Schnelligkeit weiter bisans Meer und schiffte sich auf einem Kornschiff ein. Wie es heißt,hat er dabei oft über die große Enttäuschung geklagt, die ererfahren. Denn gerade die, von denen er den Sieg erhofft habe,seien die ersten gewesen, die die Flucht ergriffen hätten. Ge-radezu verraten hätten sie ihn.

*1 Die Schlacht fand am 9. August statt.

**) Konsul im Jahre 57. Obwohl ihn Cäsar sehr begünstigt hatte,schloß er sich dem Pompejus an.

***) Der dem Feinde abgewandte Zugang des quadratischen römischenFeldlagers, durch den das Heer einmarschierte; ihm gegenüber lag die demFeinde zugewandte porta praetoria, durch die das Heer ausmarschierte.