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eigenes Laster ebenso leicht zugrunde richten wie durch Waffen-gewalt.
Wunderlich ist, daß sie das Würfelspiel in nüchternem Zu-stande und als eine ernste Angelegenheit treiben. Beim Gewin-nen oder Verlieren gehen sie derart leichtsinnig zu Werke, daßsie, wenn alles andere verspielt ist, ihre Freiheit und ihr Lebenauf den letzten Wurf setzen. Wer auch diesmal verliert, wirdfreiwillig der Sklave des Siegers. Der junge, körperlich über-legene Mann läßt sich ruhig binden und verkaufen; so groß istder Starrsinn, der hier übel angebracht ist. Sie selbst nennen es:Ehre.
Die Leichen werden ohne Prunk bestattet. Man hält nur dar-auf, daß zur Verbrennung hervorragender Männer bestimmteHolzarten verwendet werden. Keine Kleidungsstücke, keine Wohl-gerüche werden auf den Scheiterhaufen gelegt. Nur die Waffendes Toten verbrennt man mit, zuweilen auch sein Roß. An derGrabstätte errichtet man einen Rasenhügel. Stolze, kunstvolleGrabmäler werden verschmäht: sie seien dem Toten zur Last.Wehklagen und Weinen verstummt schnell, Gram und Leid erstspät. Die Frau ehrt es, wenn sie den Toten betrauert, denMann, wenn er ihn im Gedächtnis behält.
Öffentliches Leben. Zum König wird man auf Grund derHerkunft, zum Herzog*) auf Grund persönlicher Tapferkeit er-koren. Doch haben die Könige durchaus keine unumschränkteGewalt, und der Einfluß der Herzöge beruht mehr auf ihremVorbild als auf ihren Befehlen. Wer stets zur Stelle ist und voraller Augen sich hervortut, gewinnt Anerkennung und Vertrauen.
Die Volksversammlung wird an bestimmten Tagen abgehalten,falls nicht unvorhergesehene Ereignisse eine außerordentlicheBerufung nötig machen; es ist der Neumond- und der Vollmondtag.Die Priester, die auch hier die Aufsicht führen, gebieten Still-schweigen. Nun spricht der König oder der Häuptling oderwer sonst durch Alter, vornehme Abkunft, Kriegsruhm, Bered-samkeit Achtung genießt. Jeder sucht durch Gründe, nicht durchdas Gewicht seiner Stellung zu wirken. Ein Antrag, der mißfällt,Wird durch Murren abgelehnt; einer, der Beifall findet, wirddurch Zusammenschlagen der Waffen begrüßt. Mit den Waffenseinen Beifall kundzugeben, gilt als die ehrenvollste Art derZustimmung.
*) Heerführer.