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fen und Roß rufenden Flavus fest. Drüben sah man Arminiusstehen, Drohungen ausstoßend und eine Schlacht ankündigend.
Ende und Bedeutung Armins. Arminius wollte sichnac'h dem Abzug der Römer und der Vertreibung Marbods*)zum König machen, stieß aber bei seinen freiheitsliebenden Volks-genossen auf Widerstand. Es kam zu einem Kriege gegen ihn;er focht mit wechselndem Glück und fiel dann durch die Arglistseiner Verwandten. Er war entschieden der Befreier Germaniensund hat dem. römischen Volke zu schaffen gemacht, und zwarnicht dem noch schwachen, jugendlichen, wie andere Königeund Heerführer, sondern dem machtvollen, weltbeherrschenden.Seine Schlachtenerfolge waren zweifelhaft, aber einen Krieg hater nicht verloren. 37 Jahre hat er gelebt, zwölf Jahre geherrscht.Noch heute besingen ihn die Barbarenvölker, während er dengriechischen Geschichtswerken, in denen nur die Taten deseigenen Volkes Bewunderung finden, unbekannt ist und auchwir ihn nicht gebührend anerkennen, weil wir nur die graue Vor-zeit preisen und uns um neuere Ereignisse nicht bekümmern.
45. Cäsarenwahn.
Sueton, Gajus Cäsar Caligula, 11, 13 f., 22, 27, 29 f., 32, 34,
37, 55. Bearbeitet nach Sta.hr, Dietze und Andree. Stark gekürzt.
Schon bevor Caligula Kaiser wurde, konnte er seine grau-same und zu allen Lastern geneigte Natur nicht zügeln. Gerne warer bei den Strafen und Hinrichtungen der Verurteilten zugegenund schwärmte heimlich ganze Nächte hindurch, mit falschemHaar und langem Gewand bekleidet, in den verrufensten Knei-pen und unzüchtigen Häusern; auch fand er an theatralischenGesangs- und Tanzkünsten das größte Vergnügen.
Als er nach dem Tode des Tiberius den Thron bestiegenhätte, war die allgemeine Freude so groß, daß in den nächstennicht einmal vollen drei Monaten über hundertsechzigtausendOpfertiere geschlachtet worden sein sollen. Als er dann wenige
*) König des ostgermanischen Markomannenreichs. Armin be-kämpfte ihn, weil er durch seine Neutralität die Römer unterstützthabe. Eine erbitterte Schlacht blieb unentschieden; doch räumteMarbod das Feld, weshalb sich die von ihm unterworfenen Stämmeerhoben und ihn zur Flucht zwangen. In Ravenna lebte er vom Gna-denbrot der Römer.