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Tage später auf die nächstgelegenen Inseln Campaniens ging,wurden Gelübde für seine glückliche Rückkehr getan, indem manselbst die geringste Veranlassung benutzte, um die eifrige Be-sorgnis für sein Wohlergehen an den Tag zu legen.*) Und als ergar zufällig krank wurde, blieb das Volk ganze Nächte langauf den Straßen in der Nähe des Palatiums; ja, es fanden sichsogar Leute, welche bewaffnet für die Errettung des Krankenkämpfen wollten, und andere, die durch öffentlichen Anschlagdas Gelübde ablegten, ihr Leben für den Fäll seiner Genesungals Opfer darzubringen.**)
So weit vom Fürsten; nun muß ich vom Ungeheuer erzählen.Schon hatte er mehrere Beinamen angenommen, indem er sichden Frommen, den Sohn des Lagers, den Vater der Heere, dengrößten und besten Cäsar nennen ließ. Als er einmal zufälligKönige, die, um ihm ihre Aufwartung zu machen, nach Romgekommen waren, sich bei der Tafel über den Vorzug ihrer Ab-kunft streiten hörte, rief er aus: „Einer ist Herrscher! Einer istKönig!“ Und es fehlte nicht viel, so hätte er sofort das Diademangelegt und die äußeren Zeichen des Prinzipats mit denen desKönigtums vertauscht. Als man ihm aber bemerkte, daß er jabereits hoch über allen Fürsten, selbst Königen, stehe, fing eran, sich göttliche Majestät anzumaßen. Er befahl, die durchreligiöses Ansehen und Kunstwert ausgezeichnetsten Götterbil-der, darunter auch das des Olympischen Jupiter, aus Griechen-land nach Rom zu bringen, um ihnen die Köpfe abzunehmenund den seinen darauf setzen zu lassen. Er rückte ferner einenTeil des Palatiums bis an das Forum vor, verwandelte dabeiden Tempel des Castor und Pollux in die Eingangshalle desKaiserpalastes und stellte sich zuweilen zwischen die Brudergott-heiten, wo er sich von den andächtig Nahenden anbeten ließ. Esgab manche, die ihn mit dem Namen Jupiter Latiaris***) begrüß-ten. Sogar einen eigenen Tempel stiftete er seiner Gottheit nebstPriestern und spitzfindig ausgeklügelten Opferungen. Im Tempelstand sein goldenes Porträtstandbild von natürlicher Größe, das
*) Im Anfang seiner Regierung erweckte Caligula durch einigegute Handlungen große Hoffnungen.
**) Es ist möglich, daß diese übermäßigen Huldigungen den vonNatur aus schwer belasteten Kaiser vollends zum Ungeheuer machten.
***) Schutzgott Latiums.