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täglich mit einem gleichen Anzug bekleidet wurde, wie er selbstihn trug. In den Nächten, wo Luna in vollem Lichte glänzte, luder sie regelmäßig zur Umarmung ein; bei Tagi dagegen hielt erUnterredungen mit dem Kapitolinischen Jupiter, bis er sich vondem Gotte erbitten ließ, mit ihm zusammen zu wohnen. Wirk-lich ließ er Palatium und Kapitol durch eine über den Tempeldes göttlichen Augustus geschlagene Brücke verbinden und spä-ter, um noch näher zu sein, auf der Höhenfläche des Kapitols denGrund zu einem neuen Palaste legen.
Als Agrippas*) Enkel wollte er wegen dessen geringer Geburtweder gelten, noch genannt werden, und geriet in heftigen Zorn,wenn jemand denselben in die kaiserliche Familie einreihte. DenAugustus beschimpfte er; er verbot, die Siege von Actium undSizilien**) ferner mit Festen zu feiern. Der Livia***), seiner Ur-großmutter, die er des öftern einen „Ulysses im Unterrocke“nannte, erlaubte er sich sogar in einem Briefe an den Senatniedrige Geburt vorzuwerfen. Er führte den Tod seiner Groß-mutter Antonia durch Unwürdigkeiten und kränkende Ärgernisseherbei; wie einige glauben, beförderte er ihn noch durch Ver-abreichung von Gift. Seinen Bruderf) Tiberius ließ er durch einenzu ihm gesandten Kriegstribunen ums Leben bringen; desgleichenveranlaßte er seinen Schwiegervater Silanus dazu, sich mit einemRasiermesser die Kehle abzuscheiden. Seines Vaters Bruder Clau-diusff) ließ er nur am Leben, um seinen Spott mit ihm zu treiben.
Die Grausamkeit seiner Natur bekundete Caligula besondersdurch folgende Handlungen. Als einmal das Fleisch zur Füt-terung der für ein Tiergefecht angeschafften wilden Bestiensehr teuer war, bezeichnete er unter den gefangen sitzendenMissetätern diejenigen, welche den wilden Tieren zum Zerflei-schen vorgeworfen werden sollten. Einen Mann, der für seineErrettung aus schwerer Krankheit gelobt hatte, als Gladiatoraufzutreten, zwang er, sein Gelübde zu erfüllen. Er selbst schautezu, wie er den Schwertkampf bestand, und ließ ihn erst aufvielfältiges Bitten vom Schauplatz abtreten. Einen zweiten, der
*) Feldherr des Augustus, mit dessen Tochter Julia vermählt.
**) Die Entscheidungsschlacht gegen Sextus Pompejus fand zurSee zwischen Mylä und Naulochos an der Nordostecke Siziliens statt.
***) Dritte Gemahlin des Augustus.f) Adoptivbruder.
ff) Den nachmaligen Kaiser.