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gen Befehl von ihm. Es war ihm angeboren, was Augustuseinem Lehrer der Philosophie verdankte. Als dieser die Reiz-barkeit des Augustus bemerkte, gab er ihm den Rat, wenn sichder Zorn bei ihm rege, die vierundzwanzig Buchstaben des grie-chischen Alphabetes in Gedanken herzusagen, damit jene augen-blickliche Aufwallung durch die Beschäftigung der Seele miteinem andern Gegenstände sich bald lege.
Dem Theodosius gebührt das seltene Verdienst, daß er seitder im Laufe der Zeit erfolgten Erweiterung seiner Herrscher-macht und insbesondere nach seinen Siegen im Innern sichtbarsich veredelte. Denn er verwandte nicht nur größere Sorgfaltauf die Anschaffung von Getreidevorräten, sondern gab auchmanchem Bürger ungeheure Summen von Gold und Silber, welcheein Prätendent weggenommen und ausgegeben hatte, aus seinemSchatze zurück. Sonst pflegen auch gütige Fürsten kaum einennackten Boden und verwüstete Landgüter zurückzugeben.
Theodosius verschied im Frieden In seinem fünfzigsten Lebens-jahre zu Mediolanum und hinterließ beide Reiche seinen beidenSöhnen Arcadius und Honorius in vollkommener Ruhe. Sein Leich-nam wurde im gleichen Jahr nach Konstantinopel gebracht unddort beigesetzt.
63. Die Stellung des Theodosius zum Christentum, 380.
Aus dem Codex Theodosianus, XVI, 1, 2. Übersetzt von Rinn und
Jüngst.
Alle Völker, über die wir ein mildes, gnädiges Regimentführen, sollen, das ist unser Wille, die Religion annehmen, die dergöttliche Apostel Petrus den Römern gepredigt hat, und der,wie wir sehen, auch Bischof Damasus*) sich anschließt, sowiePetrus, der Bischof von Alexandria, ein Mann von apostolischerHeiligkeit; wir meinen damit, daß wir nach der apostolischenPredigt und der evangelischen Lehre eine Gottheit des Vatersund des Sohnes und des heiligen Geistes in gleicher Majestät undgütiger Dreieinigkeit im Glauben annehmen. Wer dieses Ge-
*) Damasus, 366—384 Bischof von Rom; er war ein Gegnerder arianisclien Lehre; auch veranlaßte er den Hieronymus zur Ab-fassung der lateinischen Bibelübersetzung, der Vulgata.