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Man saget, daß der Herr Fngger so viel hätte, daß er ein Kaiser-tum bezahlen möchte. 1 Verehret mir wegen des Falles einen schönenGroscheh, der ungefähr neun Gramm schwer war. Der Herzog versahsich auch eines stattlichen Geschenkes, aber damals bekam er nichts alseinen guten Rausch. Er war hernach noch etlichemal zu Gaste alldaund ward allezeit wohl traktieret, wie ich denn inglei'chen vom HerrnFugger eingeladen ward, und er sich hoch gegen mich erbot. Er ver-sprach die Zeit eben seine Tochter einem Grafen und sagte, ihr nebendem Schmuck zweimal hunderttausend Taler mitzugeben im Jahr undTag. Das mochte ein Brautschatz sein!
Weil denn in der Herberge täglich viel aufging, so daß der Herzogdem Wirt über 1300 Taler schuldig war, ungeacht, daß ich ihm allbereit250 Taler gegeben hatte, wollte er nun auch endlich Geld haben, undwar beim Herzog wenig vorhanden. Da schickten mich der Herzog zumHerrn Fngger und ließen ihn um 4000 Taler zu leihen bitten. Er schlugaber solches aus vielen Ursachen gänzlich ab, sonderlich wegen Leihungeiner großen Summa an den König von Spanien und entschuldigte sichganz höflich. Des andern Tags aber schickte er seinen Hofmeister zumir, ihn bei meinem Herrn anzusagen. Da ließ er ihm 200 Kronen undeinen schönen Becher von 80 Talern Wert verehren, neben einem Roßmit einer schwarzen Sammetdecke, welches alles der Herzog in Freund-schaft und mit "großem Dank annahm.
schiedene Räume g-ewölbt, auf marmornen Säulen ruhend, deren Arcbitrave nachantiker Art mit Skulpturen verziert sind! Die schönen und zierlichen Schlaf-gemacher, die Heizeinrichtungen, die Wandelgäuge, vor allem das wundervolleSchlafgemach des Hausherrn mit seiner vergoldeten Felderdecke! Anschließenddie Sebastianskapelle mit ihren Betschemeln, die aus kostbarem Material aufszierlichste gefertigt sind. Überall aber kostbare Gemälde innen und außen. Unddoch bei aller ausgesuchten Pracht meist ein Minimum von Prunk, zumeistbürgerliche Anständigkeit und einfache Sauberkeit. Nicht weit davon ist dasHaus Raimund Fuggers. Das ist ganz wie ein Königssitz, es schaut nach zweiSeiten in die schönsten Gärten. Der eine ist dicht am Hause, der andere überder nicht breiten Straße. Alle Pflanzen Italiens birgt dieser Garten. Und wasfür kunstvolle Beeteinfassungen, Spalier-e, Brunnen mit aus Erz gegossenenGötterbildern. Die Gärten des Königs von Frankreich, die ich in Tours undBlois gesehen habe, haben mir nicht so gefallen. In den Gemächern sah ichüberall die erlesensten Gemälde aus Italien, aber auch viele gute Porträts vonder Hand Lukas Cranachs. Aber noch großem Eindruck machten auf mich dieantiken Kunstwerke im oberen Saal; es sind so viele und bedeutende, daß ichnicht glaube, man könne in Italien irgendwo bei einem Manne mehr finden.“i Fuggersches Kapital spielte in der Politik oft eine große Rolle, so beider Wahr Karls V.
Flach u. Guggenbühl, Quellenbuch III
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