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Schriften, Monumenten, Gemälden und dergleichen, so teils Vornehme vonAdel in die Stadt geflüchtet, teils auch den vornehmsten Bürgern zuständigund nicht mehr für Geld zu bekommen gewesen, mit verbrannt und alsoder Soldatesque an ihrer Beute abgegangen. Man hat auch in gar vielenKellern im Bier und Wein bis an die Knie gehn mögen, weil der Über-mut und Frevel des gemeinen Kriegsvolkes so groß gewesen, daß, wennetwa ein Eimer Biers oder Weins aus einem Fasse gezapft worden, sie denZapfen nicht wieder einstecken wollen und also das Bier und [den] Weinhinlaufen lassen. Die stattlichsten Kleider, Decken, Seidenzeuge, goldeneund silberne Passementen ! , allerhand Leinen und anderes Hausgerät habendie Marketender um ein ganz liederliches [Geld] an sich gebracht undins ganze Erzstift Magdeburg, in das anhältische und braunschweigischeLand mit ganzen Wagen voll verführt und verkauft. Man hat auch diegoldenen Ketten, Ringe, Kleinodien und anderes Gold- und Silbergeschirrvon den gemeinen Knechten mehr denn zehnmal wohlfeiler, als um denrechten Wert desselben kaufen und erhandeln können.
Dieses ist also der rechte, wahre Verlauf mit der Eroberung dieserguten Stadt Magdeburg, welchen sich niemand, da anders die Wahrheitsoll berichtet werden, kann lassen zuwider sein.
75. Die Schlacht bei Lützen, 16. November 1632.
Matthias, Grat von Gallas, Brief an den Kaiser. Förster, WallensteinsProzeß, Urkundenbueh, S. 94 ff. — Überarbeitet und gekürzt.
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Den 12. dieses Monats ist der Herzog von Eriedland sowohl mit seinerals auch der Pappenheimischen Armada 1 2 auf Weißenfels gerückt, da sichder Gustav mit seiner Armada präsentiert. Und ist unser Volk alles inebenmäßige gute Schlachtordnung auf dem Felde gestellt worden; der Feindaber, nachdem er das gesehen, hat sich gegen Naumburg retiriert undangefangen sich stark zu verbauen. Hierauf hat sich der Graf von Pappen-lieim resolviert, auf Halle zu gehen und hat sich von unserer Armada’den14. dieses abgesondert. Der Herzog von Friedland aber hat wollen seineArmada in die Winterquartiere verlegen und ist zurückgegangen, hat seinHauptquartier genommen im Städtlein Lützen. Der Feind, da er gemerkt,daß wir zerteilt, folgt der friedländischen Armee, kommt den 15. übereinen Paß, so bei einem Dorf, Rippach genannt; hebt an, mit den kroa-tischen Truppen zu Scharmützeln, und weil die Nacht herzugekommen,bleibt er die Nacht im Felde in Schlachtordnung liegen. Tags hernachgeht er alsobald früh auf unsere Armee, die gleichfalls sich in der Nachtin Schlachtordnung- gesetzt, scharmüziert mit den Kroaten, bis er so nahekommt, daß man von beiden Seiten mit Stücken aufeinander gespielt,
1 Borten, Tressen.
2 Armee.