Band 
Dritter Teil.
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Vor Zeiten

Ein Ehr wars, etwan haben Bart,

Daß waß gar Männlich schon vnd Wert;

Da wurd man auch billig geehrt.

Jetzt hand die Wybschen Gäueh gelehrtVnd schaben alle tag die Backen,

Sie wäsehens, das sie sollen Schmacken. •

Vnd schmiren sich mit AffenschmaltzBiß an die Augen und den Halß.

Solltest Du ein Teutscher sein? sprach Hertzog Herman: Manu sehedeine Kleider an, was für ein Wambst ist das? was für Hosen undStrimpff? Ich glaub, das du allererst mit von Pariß kommest? ein Wohl-thörichter Tausch, den ihr da thut gegen solche Newe dinge! Das alteTeutsche Gelt wird hässlich vmbgetauscht! Aber Recht, die Wälschekönnen es ihnen fein zu Nutz machen. Meynt ihr, wan der Teutschensaur erworbenes Gut nicht alles nach Pariß für solche närrische neweTrachten vbermacht wirde, es könte sonst nicht verthan werden? Habtihr Teutsche (wan du je einer von unsern vngeschlachten Nachkömmlingenbist) nicht in der Erfahrung, das, welchen Völckern Ihr euch in Kleidungalso gleich stellet vnnd sie nachäffet, das dieselbe dermahlen Euch vndewre Hertzen bezwingen, Euch vndertrucken vnnd zur Dienstbarkeit ziehenwerden? dann sie ja schon Ewre Hertzen, das beste Bollwerk, dieScliantzen der Augen vnd Aussenwerck der Sinne vndergraben, Einge-nommen vnnd gewonnen haben. Ist euch dan nimmermehr ichtwas gutgenug, daß auß ewrem Vaterland kommet? Man spüret wohl, das IhrVerächter Ewres Vaterlands seit vnnd dessen Verräther. Wo ist einVolck vnder der Sonnen, als die vngeratbene Teutsche jetzt sind in ihremKleidertragen, so vnbeständig, so Eckel, so Närrisch. W T o siehet mandeßgleichen bey Eweren Nachbauren geschehen?

Genädigste Herren, sprach ich, so siehet man gleichwohl, das ohn eingut Kleid keiner geachtet wird, er sey so Geschickt, als er immer wolle.Hiengegen, wan ein Kerl schon nichts weiß oder gelernet hat, gleich-wol wan er brav daher geschritten kommet, vor anderen herfür gezogenwird, geehret vnd geliebet.

Ja, ja, sprach Herr Tütschmeyr widerumb, Also vrtheilen Ewer vor-witzige Weiber heutiges tags. Insonderheit vnd zuvorderst soll man EwerFürstlichem vnnd Grävlichem Frawenzimmer solche Thorheiten billig heimschreiben, welche dafür halten, sie können ihre Herren vnd Ehegemahlennicht sehen oder lieben,- wann sie nicht alle tag in neugebachener Formfrisch auffziehen. Ja sie wollen selbst nicht allein alle Viertel Jahr, alleMonat, mit großem Vnkosten vnd mit vergeydung der armen VnderthanenSchweiß vnd Bluts newe Trachten haben, die man Ihnen auff der Postmit a la mode bekleideten Puppen vnd Tocken 1 von Pariß muß zuschicken,sondern auch ihre eigene Hoffschneider mit großem Gelt-Wechsel, als obsie Land- oder Statt-Richter werden müsten, nach Pariß verschicken, alleindaß sie solche newe Narrentrachten alda erlernen vnd erdencken mögen.

Puppen.