Band 
Dritter Teil.
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Deine unglücklichen Hilfesuchenden aus den Händen ihrer Mörder, die,noch vor kurzem trunken von ihrem Blut, schon wieder darnach dürsten,und die es bequem finden, die Schande ihrer Grausamkeit ihren Fürstenanzukreiden. Leide nicht, daß Dein Name oder die Deinem Reiche an-grenzenden Länder besudelt werden mit dieser Schünde, oder das Evan-gelium Christi durch solche Grausamkeiten in Deinem Reiche. Gedenkedaran, daß dies gleiche Volk untertan wurde Deinem Vorfahren Heinrich, 1der den Protestanten sehr wohlwollte, als Lesdiguieres siegreich denSavoyer über die Alpen verfolgte, durch diese selben Täler hindurch,die der beste Durchgang nach Italien sind. Die Urkunde dieses ihresVertrages und ihrer Übergabe steht noch in Deinen öffentlichen Reichs-akten ; es ist darin ausdrücklich dafür gesorgt, daß die Bevölkerung jenerTäler nie jemand ausgeliefert werden soll, außer unter den gleichenBedingungen, unter denen Dein unbesiegter Vorfahre sie zu Treuenannahm. Diesen dort zugesagten Schutz erflehen sie jetzt; an dasVersprechen Deines Vorfahren appellieren sie bei Dir, dem Großsohn.Dir zu gehören statt dem, dem sie nun gehören, und daß dies durchirgend einen Tausch* * ermöglicht werden könnte, das ist ihr Wunsch undBegehr, und wenn dies nicht sein kann, doch Deinem Schutze, DeinemMitleid und Deiner Befreiung sich anheim geben zu dürfen.

Auch aus Gründen der Staatsklugheit wäre es ratsam, dip Leutedieser Täler, die sich in Deinen Schutz flüchten, nicht zurückzuweisen.Ich möchte Dich aber nicht, einen großen Fürsten, wie Du es bist, ver-anlassen, zur Befreiung der Unglücklichen anders getrieben zu werden,als durch das Versprechen Deines Vorfahren und ^ durch Deine eigeneFrömmigkeit und Deine königliche Würde und die Größe Deiner Ge-sinnung.

So bleibt der Ruhm und die Ehre dieser herrlichen Handlung reinnnd ungetrübt; und dann wirst Du selber den Vater der Barmherzigkeitfinden und seinen Sohn Jesus Christus, den König, dessen Namen undLehre Du dann verteidigt haben wirst, Dir zum Heil und zum Segenfür Zeit Deines Lebens.

109. Aus der Testakte, 1672.

Mirbt, Quellen zur Geschichte des Papsttums und des römischen Katho-lizismus, 3. Aufl., S. 296 ff. — Nach Rinn und Jüngst.

Die katholisierende Reaktion, der England nach der Restauration derStuarts verfiel, bewog das Parlament zum Erlaß der Test-[Eid-]Akte, wodurchalle öffentlichen Beamten zu einem Schwur auf protestantische Glanbensgrund-sätze gezwungen, Katholiken also von allen Staatsstellen ausgeschlossen wurden.

*

1 Unter Heinrich IV. kämpfte. Lesdiguieres als Feldherr gegen den Herzogvon Savoyen und war lange Statthalter in der Dauphine.

* Wie gründlich sich Cromwell verrechnete, wenn er sich von einem Über-gang der Waldensergebiete an Frankreich für diese Gutes versprach, zeigt diespätere Haltung Ludwigs XIV. gegenüber den Hugenotten.