Band 
Dritter Teil.
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auch unsere tentschen Jungfern nacligeäffet und zum öflftern auf dieSchattirpfiästerchen Fliegen, Käfer, Hasen, Esel, Bären, Schaffe, Rinderund Schweine geschnitten, daß also die Franzosen nichts so närrischeshaben ausspintisiren und ersinnen können, welches die Teutschen nichtviel närrischer hätten nachahmen können.

121. Über die Regiernng Friedrich Wilhelms I. von Preußen,

1713—1740.

Friedrich II., Memoires pour servir ä l’Histoire de Brandebourg, iu den(Euvres de Frederic le. Grand, Bd. I. Nach Sevin.

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Der Staat änderte unter Friedrich Wilhelm I. fast vollständig seineGestalt. Der Hof wurde verabschiedet und die großen Pensionen erlitteneine Reduktion; viele Personen, die Karossen gehalten hatten, gingenjetzt zu Fuß, so daß das Volk zu sagen pflegte, der König habe denLahmen den Gebrauch der Beine wieder gegeben. Unter Friedrich I.war Berlin das nordische Athen; unter Friedrich Wilhelm war es dasnordische Sparta. Die ganze Regierungsweise war militärisch 1 . DasHeer wurde vermehrt, und in dem Eifer der ersten Aushebungen wurdenmanche Handwerker zu Soldaten gepreßt, was unter den anderen Schreckenverbreitete, so daß viele sich flüchteten-, diese unvorhergesehene Wirkungbrachte von neuem unserer Industrie beträchtlichen Schaden. Der Könighalf diesen Hißständen durch ein rasches Heilmittel ab und war mit

1 Der österreichische Gesandte in Berlin, Graf Seckendorff, schrieb 1723an den Prinzen Eugen: ... «Gewiß ist, daß- man von Truppen an Schönheit,Propretftt und Ordnung in der Welt desgleichen nicht sehen kann; und obwohlim Exerzieren viel Gezwungenes und' Affektiertes mit unterläuft, so sind dochso viel nützliche und ordentliche Sachen, die zum Handwerk selbst gehören,mit dabei, daß man überhaupt sagen muß, daß nicht das Geringste bei derArmee und den Truppen abgehet. — Ihre Zahl ist gegen 70000 Mann ... DasZeughaus ist mit Belagerungs- und Feldartillerie überflüssig verseifen, daßnichts als die Pferde mangeln, selbe zu bespannen; und ist ein solcher Vorratan Pulver, Kugeln und Bomben-vorhanden, als wenn ein wirklicher Krieg inder Nähe, wie man denn in Berlin und im ganzen Brandenburgischen so vielemouvements Biehet, als in Wien gewesen, wie man im letzten Türkenkrieg be-griffen war. Dies alles nun dirigiert der König einzig und allein, und arbeitetanbei in publicis, Privat, Haushaltung und Domänenaffairen mit solchem Ernst,daß auch kein Taler ausgegeben wird, so von ihm nicht unterzeichnet. Weres nicht sieht, kann es nicht glauben, daß ein Mensch in der Welt, von wasVerstand er auch ist, so viel differente Sachen in einem Tag expedieren undselbst tun könnte, als man bei diesem König täglich expedieren sieht, dazu erden Morgen früh von 3 h bis gegen 10 h verwendet; dann aber mit Militär-exerzitien den Rest des Tages in Berlin zubringt . . .» (Kriegsarchiv in Wien,ans Arneth, Prinz Eugen von Savoyen.)