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ungerechten Zeitgenossen selbst, werden auftreten und ebensosehr aufseine Kühnheit schmähen, als sie beim glücklichen Erfolg seiner PläneWeisheit und seines Mutes Ausdauer und Beharrlichkeit zu loben nichtsatt werden konnten. Wie äußerst ungerecht, wie unklug, wie unbillig!Daß der große Mann sterblich, daß er Neid und Verräterei, Zufällenund Unfällen unterworfen ist, das ist wahrlich nicht seine Schuld!
Mit einem Wort, Karl starb, obschon besiegt, dennoch unüberwunden!
130. Der Charakter Peters des (iroßen.
Alexander Gordon, Geschichte Peters des Großen. Aus dem Englischenübersetzt, 1765. II. Teil, S. 273 ff. — Vgl. die Einleitung zü Nr. 124.
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Peter I. hat gewiß das Beiwort «der Große» so sehr verdient, alses jemals ein Fürst verdient hat. W'enn wir die Methode betrachten, dieer erwählte, sein Reich zu verbessern; wie er den Landeseingebornennach und nach einen Geschmack an den Kriegssachen beibrachte; wieer in fremde Länder reiste, um die Sitten und Gewohnheiten ihrer Ein-wohner zu beobachten; wie er solch mächtige Armeen und Flotten auf-richtete, zog und erhielt; wie er Wissenschaften, Manufakturen undHandwerker von aller Art einführte; wie sehr er Handel und Schiffahrtin Aufnahme brachte, Dinge, die in diesem Volke vorher gänzlich un-bekannt gewesen waren; was für kluge Maßregeln er erwählte, seineFeinde zu schwächen und sie zu Paaren zu treiben; kurz, wie er seinLand in allen Stücken, sowohl in Kirchensachen als in bürgerlichenAngelegenheiten verbesserte: so ist es etwas dergestalt Außerordentliches,daß ich glaube, es habe seit Erschaffung der Welt kein Monarch jemalsso viel Arbeit gehabt oder etwas Gleiches getan; und das alles ineinem Zeitraum von dreißig Jahren. Die großen Beschwerlichkeiten, dieer über sich nahm, und seine andern Ausschweifungen verkürzten seineTage, indem er nicht länger gelebt hat, als ungefähr 53 Jahre. Er wareigentlich nicht grausam, sondern strenge, und verzieh niemals einemMissetäter, außer denen von seinem eigenen Geblüte und einigen wenigenseiner größten Lieblinge. Er sah manche Dinge als Verbrechen an, diein andern Ländern nicht mit der Strenge bestraft werden, welche sieverdienen; so Gelderpressung und Geschenknehmen [Bestechung], welcheser nicht vertragen konnte. Daß er großen Männern, besonders seinemLieblinge, dem Fürsten Menschikow, um dergleichen Übeltaten willen zu-weilen die Köpfe wusch, ob er ihnen gleich nicht ans Leben kam, dastat er, wie einige sagten, um die noch strengere Bestrafung niedrigererVerbrecher zu entschuldigen, nach dem deutschen Sprichworte: «KleineDiebe hängt man, große läßt man laufen.» Daß er aber die Regierungder Kaiserin Katharina überließ, einem Frauenzimmer, das ehemals soarmselig gewesen, das war etwas Erstaunliches nicht für Rußland allein,sondern für die ganze Welt. Jedoch wenn man die große Liebe undAchtung, die er jederzeit für sie gehabt hat, sein Vertrauen auf ihreKlugheit und Gerechtigkeit, und die vielen wichtigen Dienste erwägt,die sie ihm geleistet hatte, so war es der klügste Schritt, deu er tun