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das Volk hat das Kecht, als Souverän zu handeln und die gesetzgebendeGewalt auszuüben oder eine neue Regierungsform zu errichten und diehöchste Gewalt, in deren vollständigem und unverkürztem Besitze esalsdann ist, in neue Hände zu legen, wie es für gut findet.'
1B4. Aus den „Alten Pflichten“ des Freimaurerordens,
1717/23.
H. Boos, Geschichte der Freimaurerei, 1. Aufl., Anhang; E. Schultze,Die Kulturaufgahen der Freimaurerei, S. 45 ff., und Konstitutionenbuchvon 1741.
Die seit dem Mittelalter bestehenden Maurerzünfte in London, Freimaurergenannt, traten 1717 zu einem Geheimhund freidenkender Männer zusammen,um unter Beobachtung eines besonderen Ritus bei Pflege schöner Geselligkeitund Übung humaner Werktätigkeit die Toleranz zu verbreiten und für dieVerbrüderung aller Stände und Nationen zu wirken. Überall, wo die mensch-liche Kultur eine Stätte gefunden hat, sind seither auch Freimaurerlogen ent-standen. Ihre innere Tätigkeit besteht in der geistig-sittlichen Einwirkung aufdie Mitglieder, um sie zur Selbstveredlung und zur Befreiung von Vorurteil,Aberglauben und Leidenschaften zu erziehen. Die äußere richtet sich auf Werkeder Barmherzigkeit und Menschenliebe, auf Gründung und Pflege wohltätigerInstitute. Die sogenannten „Alten Pflichten“ von 1723 gelten im wesentlichenheute noch und lassen den Freimaurerorden als eine für das Zeitalter der Auf-1klärung durchaus charakteristische Gründung erscheinen.
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Der Maurer ist durch seinen Beruf verpflichtet, dem Sittengesetzezu gehorchen. Wenn er die Kunst recht versteht, wird er weder eindummer Gottesleugner, noch ein unreligiöser Freigeist sein. 1 * * * 5 Obwohlaber in alten Zeiten die Maurer in jedem Lande verbunden waren, sichzur jedesmaligen Religion dieses Landes oder Volkes zu bekennen, sohat man es doch jetzt für dienlicher gehalten, sie nur zu der Religionzu verpflichten, in welcher alle Menschen übereinstimmen, ihre beson-deren Meinungen aber ihnen selbst zu überlassen; das ist: sie sollengute und treue Männer oder Männer von Ehre und Rechtschaffenheitsein, durch was immer für Religionsnamen oder Glauben sie unterschie-
1 In einem berühmten Dialog schrieb der schottische Geschichtschreiber
Buchanan, 1576, indem er die Ansicht zurückweist, daß die Rücksicht auf Vor-teil die erste und höchste Vereinigerin des Menschen gewesen sei, folgendes:„Es liegt in der Natur, nicht nur des Menschen, selbst auch der zähmeren Arten
der Tiere, eine gewisse Kraft, die beim Fehlen aller Reize des Eigennutzessie treibt, sich mit ihresgleichen zu verbinden. Diesen Naturtrieb sehen wirbesonders im Menschen so tief begründet und so mächtig, daß wenn ihm alles,
was zum vollsten Wohlsein von Seele und Leib erfordert wird, im höchstenMaße gewährt wäre, er doch, losgerissen von andern, ohne Umgang mit Men--schen, ein höchst unbefriedigendes, ja unglückliches Leben führen würde.“
! Die englischen Ausdrücke lauten: stupid atheist und irreiigious libertine.
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