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ihn zn folgen. Das Wetter war regnerisch. Gutgekleidete Frauen mußtenaus ihren Wagen steigen, bis nach Versailles zu Fuß im Kote gehenund wider Willen an dem zweifelhaften Ruhme dieses Zuges teilnehmen.Diese gemischten und unordentlichen Reihen kamen gegen drei Uhr nach-mittags von verschiedenen Seiten an, umringten auf einmal den Saal derStände, trieben die Wache auseinander, stürzten sich, mit Kot bedeckt,singend, lachend, fluchend, von Wein und Patriotismus trunken, wie einreißender Strom in den Saal und umringten die Deputierten. Diese warenbestürzt, sich auf einmal zwischen Hökerweibern und Dirnen zu erblicken.Alle diese Weiber riefen einstimmig: «Brot! Brot! Wir sterben in Parisvor Hunger.» Das Brot war der Vorwand des Anlaufs und zugleichdas Kriegsgeschrei und Versammlungswort.. .
Die Weiber von Paris durchzogen Versialles. Ihre zerstreuten Ab-teilungen vereinigten sich darauf vor dem Schlosse und stellten sich daselbstin Schlachtordnung auf. Sie wurden, um sich für den Fall der Not zusichern, von etwa 300 entschlossenen Banditen begleitet. Einige waren mitFlinten und andere mit langen Piken oder mit eisenbeschlagenen Stäbenbewaffnet. Mehrere von ihnen hatten sich in weiblicher Kleidung unter dieWeiber gemischt. Der König nahm die Deputation an; als man aber dieseZwitterhorden von Streitenden sah, kam das ganze Schloß in Aufregung.Man verschloß sogleich die Tore und Gitter. Die Gardes du corps, das Re-giment Flandern und die Dragoner stellten sich auf den Waffenplatz zwischendie Gitter und Weiber. Aber bald darauf wurden die Gitter geöffnet unddie abgesandten Weiber, die von dem König kamen, durchgelassen. Siewaren sehr gnädig aufgenommen worden, machten ihren GefährtinnenHoffnungen im Überfluß und erzählten von den Versprechungen desMonarchen und seiner zärtlichen Besorgnis. Man wollte es ihnen nichtglauben. Man verlangte, aus dem Munde des Königs seihst diese tröst-lichen Worte zu hören. Ein Trupp Weiber wollte ins Schloß gehen;man trieb sie zurück. Sie widersetzten sich nur noch mehr. Der Lärmund das Geschrei vermehrten sich und verbreiteten sich weiter. Unsereunerschrockenen Amazonen ließen sich nicht durch den drohenden Blickund durch die aufgehobenen Säbel der Soldaten in Furcht setzen. Sieschlossen ihre Glieder und drangen wütend vor. Es dauerte nicht lange,so begann ein Treffen zwischen der Halle von Paris und den Gardesdu corps. Statt der Schläge flogen von beiden Seiten Grobheiten undSchimpfwörter durcheinander. Man hörte die Namen: «Aristokraten,Verräter der Nation!» Die Liebhaber dieser Damen nahmen an demZanke teil und unterstützten das Gefecht. Sie hoben ihre furchtbarenPiken in die Höhe und bildeten einen Wall. Auf dies Geschrei, aufdiesen Wortkampf, mehr oder weniger stark oder sanft, folgten Waffen-geklirr und das Pfeifen der Kugeln. Unvorsichtigkeit und Eifer warenschuld, daß mitten aus den Garden des Königs einige Karabinerschüssefielen. Die Schüsse waren auf die Krieger gerichtet und trafen zufälliger-weise die Kriegerinnen: zwei oder drei wurden verwundet. Man suchtesich sogleich zu rächen. Man gab Feuer auf die Garden. Zwei wurdengetroffen und stürzten von den Pferden. Drei mit gehacktem Eisen ge-ladene Kanonen, geführt von der Vorstadt Saint-Antoine, richtete man nun