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Endlich brach der 2. Dezember an. Napoleon ließ ans in seineBaracke rufen. Hier wurde uns eine kurze Mahlzeit vorgesetzt, die erstehend mit uns einnahm. Darauf schnallte er seinen Säbel um und sagte:«Nun, meine Herren, lassen Sie uns einen großen Tag beginnen!» Jederlief darauf zu seinen Pferden. Einen Augenblick später sahen wir zudem Hügel, den unsere Soldaten «Butte de l’Empereur» nannten, vonverschiedenen Punkten unserer Schlachtlinie alle Befehlshaber unsererArmeekorps, jeder von einem Adjutanten gefolgt, herbeieilen. Die erstenWorte des Kaisers an seine Marschälle erklärten ihnen seinen Schlacht-plan. Durch die Berichte der Nacht überzeugt, daß der Feind, in demeinzigen Gedanken, ihn nicht entwischen zu lassen, seinen Flankenmarschvollende und sich in Masse auf unsere Rechte stürze, hatte er nocheinmal ausgerufen: «Ja, das ist eine schimpfliche Bewegung! Sie haltenmich für recht jung. Aber sie werden es bereuen !» Und sogleich wieder-holte er einem jeden seine Befehle. . . . Der Kaiser schloß mit denWorten: «In einer halben Stunde muß die ganze Linie im Feuer sein!»Nachdem Napoleon seinen Marschällen diese Instruktion erteilt, sagte erzu einem jeden: «Gehen Sie!» Und jeder verließ ihn mit erhobenemKopfe, feurigem Blicke und militärischem Gruße.
B. Napoleon an Kaiserin Josephine nach der Schlacht.
Lettres de Napoleon ä Josepliine .. . et lettres de Josephinea Napoleon et sa fille, Bd. I, 1833, S. 161 ff. Gekürzt:.
3. Dezember: Ich habe die russische und die österreichische Armee,die von den beiden Kaisern angeführt wurden, geschlagen. Ich bin etwasermüdet, habe acht Tage im freien Felde während sehr kalter Nächtebiwakiert. Diese Nacht wohne ich im Schlosse des Fürsten Kaunitz 1 ,wo ich zwei bis drei Stunden schlafen werde. Die russische Armee istnicht nur geschlagen, sondern aufgelöst.
5. Dezember: Ich habe einen Waffenstillstand geschlossen. DieRussen ziehen heim. Die Schlacht von Austerlitz ist die schönste, dieich je lieferte: 45 Fahnen, über 150 Kanonen, die Standarten der russi-schen Garde, 20 Generale, 30 000 Gefangene, über 20 000 Tote —furchtbares Schauspiel!
Der Kaiser Alexander ist in Verzweiflung und geht nach Rußland.Gestern sah ich den Kaiser von Deutschland in meinem Feldlager 2 ; wirbesprachen uns zwei Stunden lang; wir kamen überein, schnell Friedenzu machen.
Endlich ist die Ruhe des Festlandes, vielleicht, ich hoffe es, derWelt, wiederhergestellt. Die Engländer können uns die Spitze nichtmehr bieten.
1 Das Schloß gehörte dem in Mähren reichbegüterten Geschlecht Kaunitz,dessen bedeutendster Vertreter der bekannte Staatsmann Fürst Kaunitz,1711—1794, war.
2 Siehe unten, unter C.