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C. Zusammenkunft Napoleons mit Kaiser Franz II., 4. Dezember.
Segur, a. a. 0., S. 477 ff. Nach Kircli eisen, a. a. 0, S. 287 ff.
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[Am 4. Dezember], gegen zehn Uhr, waren wir zu Pferde um Napo-leon versammelt und ritten bald darauf mit ihm im gestreckten Galoppauf der großen Heerstraße nach Ungarn dahin. Auf einer Anhöhe jen-seits von Urschiitz machte er halt. Zu unsern Füßen lag ein kleinesTal mit Teichen und einer Chaussee, die nach Saruschitz führte und anderen Anfang eine alte Mühle stand. Dies sanft aufsteigende Hügel-land, das das Tal begrenzte, wo der Krieg seinem Ende entgegensah,war von der französischen Kaisergarde besetzt, die mit ihren wehendenFahnen und den scharlachroten Federbüschen aussah, wie wenn sie sichzu einer Parade geschmückt hätte. Die armseligen Trümmer des öster-reichischen Heeres standen etwas entfernter auf der entgegengesetztenSeite. Der Kaiser befahl mir, ins Tal hinabzugehen und ihm 150 Schrittvon den Teichen und der Mühle entfernt ein Biwakfeuer durch dieJäger seiner Eskorte anzünden zu lassen. Ein von den Russen amvorhergehenden Tage niedergehauener Baum, kaum zehn Schritte vonder Landstraße entfernt, schien mir gerade der geeignetste Platz. Hiererrichtete ich also jenes berühmte Biwak, wo die Zusammenkunft derbeiden Kaiser stattftnden sollte. '
Das Feuer brannte. Napoleon stieg ab. Mehrere seiner Jäger be-eilten sich, ihm aus Stroh einen Teppich zu machen; andere befestigtenein Brett auf dem gefällten Baum, damit die beiden Kaiser sich setzenkönnten. Als er alle diese Vorbereitungen sah, lächelte er und sagtezu mir: «Genug! das genügt, obwohl zur Regelung des Zeremoniells derZusammenkunft Franz’ I. mit Karl V. sechs Monate nötig waren!» 1
In diesem Augenblick sahen wir von Czeitsch her eine Kalescheohne Eskorte auf der Landstraße gefahren kommen. Zwei Schwadronenhatten sie begleitet, aber nur bis zu den Teichen, die die Grenze derWaffenstillstandslinie bildeten. Der Wagen hielt vor dem Biwakfeuer desKaisers, und Napoleon ging bis zu dem Schlag heran, um den Kaiservon Österreich, den er herzlich bei der Hand nahm und zu seinem Biwakführte, selbst zu empfangen. Kaum bemerkte man an dem wenig leb-haften Äußern Franz II. einige Unruhe. Als er aus dem Wagen stiegund Napoleon, der, wie es nur schien, bereit war, ihn zu umarmen,regte sich nichts in den Zügen des österreichischen Kaisers. Wie wenner durch dies kalte, ausdruckslose Äußere jenes Monarchen plötzlichwie zu Eis erstarrt sei, hielt Napoleon nun seinerseits seine Gefühle ineinem so feierlichen Augenbick zurück. Es war mir unmöglich, in denAugen des Kaisers von Österreich auch nur einen einzigen Blick zuentdecken, der doch so natürlich bei einer ersten Zusammenkunft miteinem so großen Manne gewesen wäre!
1 In Aigues-Mortes in Siidfraukreich, 1538. Napoleon übertreibt stark.