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Drohung nur ein geisterhaftes Lächeln und eine ironische verneinende Kopf-bewegung entgegen. Sie lächelt noch immer, sinkt zu Boden, und wäh-rend sie sich auf den Marmorfliesen windet wie eine Schlange unter denKrallen des Adlers, der sie zerfleischt, stößt sie mit teuflischer Stimmedie dtistern Worte aus: «Ich bin vergiftet, meine Kinder sind es auch!»Dann nach einer Pause fügt sie, immer mit diesem schrecklichen Lächelnauf den Lippen, hinzu: «Gott, die Jungfrau und die Heiligen seien ge-lobt ! Ihr seid auch vergiftet!»
Diese unheilvolle Mitteilung versetzte die Husaren in die größteBestürzung. Einen Augenblick blieben sie stumm und unbeweglich, wiewenn sie der Blitz getroffen hätte, bald aber machte das Erstaunen einerschrecklichen Wut Platz. «Wir sind, ja, wir sind vergiftet?» wieder-holten sie. Und beim Anblick der armen Kinder, die sich auf demBoden krümmten und zu ihrer Mutter hinkrochen, als sie deren Todes-röcheln vernahmen und in ihrem Schoße ihren letzten Seufzer aus-hauchten, riefen sie: «Seht die Elende, die Metze, die Abscheuliche, dieRuchlose, das Scheusal! Man muß sie in Stücke zerhacken!» «Ja, ja,zerhacken, töten wir sie!» und schon warfen sich die Aufgeregten inblinder Wut auf sie, bereit, ihr die Klingen ihrer Säbel in die Brust zustoßen. Da rief einer der Kameraden: «Ja, tötet nur die Toten!» Allefuhren zurück, und keiner dieser Männer besaß den Mut zuzustoßen.
Der, welcher diese vernünftige Beobachtung gemacht hatte, war dereinzige, der sein kaltes Blut bewahrt hatte. «Kameraden,» fuhr er fort,«es ist keine Zeit zu verlieren, man muß schnell Hilfe herbeiholen. Ichbin der Jüngste unter uns; wenn ihr wollt, werfe ich mich aufs Pferdund schicke euch den ersten Arzt, den ich finde. Gehe ich unterwegszugrunde, nun-dann ist nichts zu ändern.» Sein Vorschlag wurde an-genommen, und er ritt davon.
In diesem Augenblick fingen die andern an, die Schmerzen um soheftiger zu spüren, als sie bis dahin durch ihren Rausch unterdrücktworden waren. Als jener Husar da ankam, wo er Hilfe zu finden hoffte,besaß er gerade noch die Kraft, die Katastrophe zu erzählen, der erund seine Kameraden zum Opfer gefallen waren.
Wir befanden uns nicht weit von jenem Dorfe entfernt; zwei Unter-regimentsärzte und ich als dritter begaben uns mit einer Kavallerie-abteilung dahin. Wir ritten, was die Pferde laufen konnten, aber trotzunserer Schnelligkeit war es bereits zu spät. Von den sechs Husarenwaren nur noch zwei am Leben. Wir taten alles, um sie zu retten,aber vergebens; sie starben unter den schrecklichsten Krämpfen. DieKinder waren schon starr und steif und lagen an der Seite ihrer Mutter.Wir verbrannten darauf einige Häuser, und von dem Ort blieb nur einHaufen Asche und die schreckliche Erinnerung übrig.
Sobald wir nach unserm Feldlazarett zurückgekehrt waren, war esunsere erste Sorge, uns nach dem Husaren zu erkundigen, der uns ge-holt hatte. .Er hatte schreckliche Anfälle gehabt, war aber seit einigenAugenblicken ruhiger geworden; die Kraft des Giftes schien durch dieMedikamente, die wir ihm gaben, merklich geschwächt. Die genaueAngabe über die Natur der giftigen Substanz trug viel dazu bei, sie