Band 
Vierter Teil.
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erschraken vor dem Schrei des Abscheus, den Europa ausstoßen werde.Nur mit gesenktem Blicke und bestürzt über ein so furchtbares Ereignisredeten wir uns an; denn es befleckte unsern Ruhm, es entriß uns dessenFrüchte; es bedrohte unsere gegenwärtige und künftige Existenz; wirwaren nur noch ein Heer von Verbrechern und hatten die Strafen desHimmels und der zivilisierten Welt verwirkt. Das einzige, was vondiesem Gedankenabgrunde und der Anwandlung von Wut gegen dieBrandstifter uns abzog, war das begierige Haschen nach neuen Be-richten, die sämtlicli die Russen allein dieses Unheils zu bezichtigenbegannen.

Es trafen nämlich jetzt von allen Seiten Offiziere ein, welche ein-stimmig aussagten, schon in der ersten Nacht, vom 14. auf den 15.,habe sich eine Feuerkugel auf den Palast des Fürsten Trubetzkoi herab-gesenkt und ihn verzehrt. Dies sei das Signal gewesen; denn alsbaldhabe man die Börse in Brand gesteckt und russische Polizeisoldatendabei beschäftigt gesehen, das Feuer mit beteerten Stangen zu unter-halten. Anderwärts seien hinterlistig angebrachte Haubitzenkugeln inden Öfen mehrerer Häuser zersprungen und hätten die zur Rettungherbeigeeilten Soldaten verwundet. Diese hätten sich hierauf in unver-sehrte Teile der Stadt zurückgezogen, um andere Zufluchtsstätten sichzu wählen; aber im Begriffe, diese wohl verschlossenen und unbewohntenHauser zu betreten, hätten sie darin eine schwache Explosion ver-nommen; auf diese sei ein anfangs leichter, dann schnell dick und schwarz,hierauf rötlich und endlich ganz feuerrot werdender Rauch gefolgt, undnicht lange nachher sei das ganze Gebäude in einen Feuerscblnnd zu-sammengesunken. Alle hatten gesehen, wie in Lumpen gehüllte Men-schen mit den scheußlichsten Gesichtern und wütende Weiber sich inden Flammen herumtrieben und so ein gräßliches Abbild der Hölle ver-vollständigten. Vom Wein und dem Gelingen ihres Verbrechens berauscht,gaben sich diese Elenden nicht mehr die Mühe, es zu verbergen, son-dern liefen triumphierend in den brennenden Straßen umher. Man er-tappte sie, wie sie, mit Pechfackeln bewaffnet, das Feuer geschäftigweiterzuverbreiten sich bemühten, so daß man ihnen die Hände mitSäbelhieben abschlagen mußte, um sie an ihrem Vorhaben zu hindern.Man sagte sich, diese Banditen seien von den russischen Vorgesetztenlosgelassen worden, um Moskau zu verbrennen, und in der Tat könneein so großer und außerordentlicher Entschluß nur von der Vaterlands-liebe gefaßt und von Verbrecherhänden ausgeführt worden sein. . . .

Während unsere Soldaten noch mit dem Brande kämpften und dasHeer dem Feuer seine Beute streitig machte, war Napoleon, dessenSchlaf man während der Nacht nicht zu stören gewagt hatte, bei demDoppelscheine des Tages und der Flammen erwacht. In seiner erstenAufregung wurde er ergrimmt und wollte diesem Element gebieten;allein er ließ bald nach und strich vor der Unmöglichkeit die Segel.Erstaunt, nachdem er ein ganzes Reich im Herzen verwundet, ein an-deres Gefühl als jenes der Unterwerfung und des Schreckens darin zufinden, fühlte er sich überwunden und an Entschlossenheit übertroffen.Diese“Eroberung, für die er alles aufgeopfert hatte, glich einem Luftge-