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Große Opfer werden von allen Ständen gefordert werden, denn unserBeginnen ist groß und nicht geringe die Zahl und die Mittel unserer Feinde.Ihr werdet jene lieber bringen für das Vaterland, für Euren angebornenKönig als für einen fremden Herrscher, der, wie so viele Beispiele lehren,Eure Söhne und Eure letzten Kräfte Zwecken widmen würde, die Euchganz fremd sind. Vertrauen auf Gott, Ausdauer, Mut und der mächtigeBeistand unserer Bundesgenossen werden unseren redlichen Anstrengungensiegreichen Lohn gewähren.
Aber welche Opfer auch von einzelnen gefordert werden mögen, siewiegen die heiligen Güter nicht auf, für die' wir sie hingeben, für diewir streiten und siegen müssen, wenn wir nicht aufhören wollen, Preußenund Deutsche zu sein.
Es ist der letzte, entscheidende Kampf, den wir bestehen für unsereExistenz, unsere Unabhängigkeit, unsern Wohlstand; keinen andern Ausweggibt es als einen ehrenvollen Frieden oder einen ruhmvollen Untergang.Auch diesem würdet Ihr getrost entgegengehen um der Ehre willen,weil ehrlos der Preuße und der Deutsche nicht zu leben vermag. Alleinwir dürfen mit Zuversicht vertrauen: Gott und unser fester Willenwerden unserer gerechten Sache den Sieg verleihen, mit ihm einensicheren, glorreichen Frieden und die Wiederkehr einer glücklichen Zeit.
Breslau, den 17. März 1813. Friedrich Wilhelm.
48. Napoleon und Metternich in Dresden, 26. Juni 1813.
Metternich, Materialien zur Geschichte meines öffentlichen Lebens (1773bis 1815). Aus Metternichs nachgelassenen Papieren, hg. von dem Sohne des Staats-kanzlers, Fürsten RichardMetternick-Winneburg, Bel. I, 1880, S. 150 ff.
Die berühmte neunstündige Unterredung zwischen Napoleon und Metternich,in der die «abwechselndste Freundlichkeit mit den heftigsten Ausbrüchen sichmischte», fand im Marcolinischen Palast statt.
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Napoleon erwartete mich stehend in der Mitte seines Kabinetts, denDegen an der Seite, den Hut unterm Arm. Er ging auf mich zu miterkünstelter Fassung und erkundigte sich um das Befinden des Kaisers.Bald darauf verdüsterten sich seine Züge, und indem er sich vor michhinstellte, sprach er mich folgendermaßen an: «Sie wollen also den Krieg,gut, Sie sollen ihn haben. Ich habe zu Lützen 1 die preußische Armeevernichtet; ich habe die Küssen bei Bautzen 2 geschlagen; auch Sie wollenan die Reihe kommen; es sei, in Wien geben wir uns Kendez-vous. DieMenschen sind unverbesserlich, die Erfahrung ist für sie verloren. Drei-mal habe ich den Kaiser Franz wieder auf den Thron gesetzt; ich habeihm versprochen, mein lebelang mit ihm in Frieden zu bleiben; ichhabe seine Tochter geheiratet; damals sagte ich mir: Du begehst eine
1 Oder GroSgörschen, 2. Mai 1813.
2 20. und 21. Mai 1813.
Flach u. Guggenbiihl, Quellenbuch IV.
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