Band 
Vierter Teil.
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treuer Hingebung erwarten, und ich schwöre Eurer Königlichen Majestät,dai ich auf dem Sandhaufen ebenso ruhig wie auf dem Schlachtfelde,auf dem ich grau geworden bin, die Kugel erwarten werde.

47. Friedrich Wilhelms III. von Preußen Aufruf«An Mein Volk», 17. März 1818.

Schlesische privilegierte Zeitung, Nr. 34 vom 20. März 1813.Oft faksimiliert, z. B. in Jägers Weltgeschichte, Bd. IV, 6. Aufl., 1902, zwischenS. 290 und 291, und in Ullsteins Weltgeschichte, hg. von J. v. Pf lugk-Harttung,Neuzeit seit 1815, zwischen S. 616 und 617.

Verfasser dieses Aufrufs ist Theodor Gottlieb von Hippel, der 1843als pensionierter Kegierung-spräsident in Bromberg starb.

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Au Mein Volk.

Sowenig für Mein treues Volk als für Deutsche bedarf es einerRechenschaft über die Ursachen des Kriegs, welcher jetzt beginnt. Klarliegen sie dem unverblendeten Europa vor Augen.

Wir erlagen unter der Übermacht Frankreichs. Der Frieden, der dieHälfte Meiner Untertanen Mir entriß, gab uns seine Segnungen nicht;denn er schlug uns tiefere Wunden als selbst der Krieg. Das Mark desLandes ward ausgesogen, die Hauptfestungen blieben vom Feinde besetzt,der Ackerbau ward gelähmt sowie der sonst so hoch gebrachte Kunst-fleiß unserer Städte. Die Freiheit des Handels ward gehemmt und dadurchdie Quelle des Erwerbs und des Wohlstands verstopft. Das Land wardein Raub der Verarmung.

Durch die strengste Erfüllung eingegangener Verbindlichkeiten hoffteIch, Meinem Volke Erleichterung zu bereiten und den französischen Kaiserendlich zu überzeugen, daß es sein eigener Vorteil sei, Preußen seine Un-abhängigkeit zu lassen. Aber Meine reinsten Absichten wurden durchÜbermut und Treulosigkeit vereitelt, und nur zu deutlich sehen wir, daßdes Kaisers Verträge mehr noch wie seine Kriege uns langsam verderbenmußten. Jetzt ist der Augenblick gekommen, wo alle Täuschung überunsern Zustand aufhört.

Brandenburger, Preußen, Schlesier, Pommern, Litauer! Ihr wißt,was Ihr seit fast sieben Jahren erduldet habt, Ihr wißt, was Euertrauriges Los ist, wenn wir den beginnenden Kampf nicht ehrenvollenden. Erinnert Euch an die Vorzeit, an den großen Kurfürsten, dengroßen Friedrich. Bleibt eingedenk der Güter, die unter ihnen unsereVorfahren blutig erkämpften: Gewissensfreiheit, Ehre, Unabhängigkeit,Handel, Kunstfleiß und Wissenschaft. Gedenkt des großen Beispielsunserer mächtigen Verbündeten, der Russen, gedenkt der Spanier, derPortugiesen. Selbst kleinere Völker sind für gleiche Güter gegen mäch-tigere Feinde in den Kampf gezogen und haben den Sieg errungen.Erinnert Euch an die heldenmütigen Schweizer und Niederländer.