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mögen Ihre Worte von einem Ende Frankreichs bis zum andern ertönen.Nicht die Sache, die ich vor Ihnen vertrete, wird dabei verlieren.»
Napoleon faßte sich, und mit ruhigerem Tone sagte er mir folgendeWorte, nicht minder merkwürdig als die vorigen : «Die Franzosen könnensich nicht über mich beklagen; um sie zu schonen, habe ich die Deutschenund die Polen geopfert. Ich habe in dem Feldzug von Moskau dreimal-hundertausend Mann verloren; es waren nicht mehr als dreißigtausendFranzosen darunter.» «Sie vergessen, Sire,» rief ich aus, «daß Siezu einem Deutschen sprechen.» Napoleon ging wieder mit mir imZimmer auf und ab; beim zweiten Gange hob er den am Boden lie-genden Hut auf. . .
Die Unterredung hatte sich bis 8 1 / 2 Uhr abends hingezogen. Es warschon volle Nacht. Niemand hatte sich in das Kabinett hineingewagt.Nicht ein einziger Augenblick des Stillschweigens unterbrach diese leb-haften Erörterungen, in welchen ich sechs Momente zählen kann, wo meineWorte ganz das Gewicht einer förmlichen Kriegserklärung hatten. . .
Als mich Napoleon entließ, war der Ton seiner Rede ruhig undmilde geworden. Ich konnte nicht mehr die Züge seines Gesichtesunterscheiden. Er begleitete mich bis an die Tür des Dienstsalons. DieHand auf die Klinke des Türflügels legend, sagte er mir: «Wir sehenuns doch wieder?» «Zu Befehl, Majestät,» war meine Antwort, «aberich habe keine Hoffnung, den Zweck meiner Mission zu erreichen.» «Nunwohl,» entgegnete Napoleon, indem er mir auf die Schultern klopfte,«wissen Sie, was geschehen wird? Sie werden mir nicht den Kriegmachen.» «Sie sind verloren, Sire,» rief ich lebhaft aus, «ich hatte einVorgefühl davon beim Kommen, jetzt beim Gehen habe ich die Gewißheit.»
49. Die Völkerschlacht bei Leipzig, 10., 18., 19. Oktober 1813.
A. Aus dem Bericht des Postillions Gabler.
Otto Eduard Schmidt, Zeitgenössische Berichte über die LeipzigerSchlacht vom 16.—19. Oktober 1813, S. 82 ff. Gekürzt. — Vgl. das Kärtchenim Putzgerschen Atlas.
Die nachfolgende Schilderung verfaßte 1845 der Pfarrer Dr. Reinhardnach der Erzählung Johann Gottfried Gablers, der 1813 Postillion inLeipzig und als Wegkundiger dem Kaiser beigegeben -worden war. Die mit *und R. bezeichneten Anmerkungen sind Zusätze, die Reinhard nach dem Vor-lesen auf Gablers Veranlassung beifügte.
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Die ganze französische Armee lag von Markkleeberg herauf, überWachau, Wolkwitz, Seifertshain, Kleinpößna nach Baalsdorf herumim Biwak. Der König von Neapel 1 kam auf dem bezeichneten
1 Joachim Murat, 1767—1815, ein hervorragender Reiterführer, Schwager
Napoleons, war seit 1808 König von Neapel.